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Revolte der Heiligen : Roman / Ernst Sommer
Entstehung
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dem Leibe schnitten?

Und dies schien Jonas das Schlimmste zu sein: was im Schoß der Frau aufwuchs, das Heilige und Künftige, auszumerzen; ver- flucht zu sein, zur Kindesmörderin zu werden; den Samen zu zerstören und die Stätte der Fruchtbarkeit wüst zu machen.

Der Doktor liebte keine Gespräche. Ohne hart zu sein, hielt er Mitleid für Energieverschwendung. Er half, soweit er helfen konnte, ohne sich selber zu schaden. Uber dieses Maß hinaus war er für Hilferufe taub. Und so gingen sie schweigend nebenein- ander her, der Doktor und Jonas. Jener fühlte sich mißbraucht, eines leichtsinnigen Mädchens willen Seine Nacht einzubüßen. Jonas aber beneidete den Arzt. War er und waren seine Lands-

leute noch so geschlagen, was war ihr Schicksal mit dem der,

Juden verglichen! Niemand sann Massentod für sie aus. Memand zwang ihre Töchter, das ungeborene Kind im Mutterleib zu töten.

Es erregte genug Aufsehen im Lager, als über Anordnung des Judenrats in tiefster Macht vier der vorbestimmten Bahrenträger ihre Wohnungen verließen und Eva ins Krankenhaus der Chri- stenstadt brachten.

Finmal dort angelangt, war Eva dem Zugriff des Betriebsleiters entzogen. Sie fiel ihm nicht mehr anheim. Ihr Zustand verschlim- merte sich rasch. Unablässig dachte Eva an das Schicksal ihres Kindes, dessen Dasein so jäh und vorzeitig unterbunden worden war. Sie malte sich das Leben aus, das dieses Kind in Freiheit geführt haben mochte. Sie war überzeugt, daß es ein Sohn ge- worden wäre. Sie ahnte das Lehen dieses Sohnes in einer neuen, glöcklichen und friedevollen Welt. Später verblaßte das Bild des Sohnes. Er ließ sie mit ihrem Schuldbewußtsein und ihren Schmerzen allein.

Am Ende verlor sie das Bewußtsein. Das hohe Fieber war ihr gnädig, gab ihr freundliche Bilder und Einfälle und ließ sie, von tröstenden Visionen umgeben, ein schmerzloses und sanftes

Ende finden.