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Befremden darüber, daß das Männliche in ihr den Maler an ihre Weiblichkeit hatte vergessen machen. Und als Raymund kühl blieb, entfaltete sie alle Künste der Verführung, fallen.
Raymund lächelte. Das Spiel des Mädchens gefiel ihm. Sein Er- götzen war um so ungetrübter, als er nichts für Eva empfand, es wäre denn das Vergnügen des Malers an einem seltenen und un- erwarteten Modell. Er übertrieb seine Zurückhaltung und stei- gerte hierdurch Evas Begehren.
um ihm zu ge-
Was des Anfangs kaum mehr als instinktive Koketterie gewesen war, wurde unbezähmbares Verlangen. Die scheinbare Aussichts- losigkeit von Evas Bestreben steigerte immer aufs neue ihren Eigensinn. Vergebens tat Raymund, was in seinen Kräften stand, Evas plötzliche Zuneigung abzukühlen.
Eva brannte in Kürze lichterloh. Ungeachtet fortgesetzter Ab- weisung bedrängte sie ihn weiter. Zuletzt erloschen sogar die jedem Zwangsarbeiter innewohnenden Hemmungen. Eva zwang sich, zu vergessen, was alle jungen Mädchen in den Zwangsarbeits- lagern wußten: daß Liehe ganz nahe dem Tode wohnte, näher als irgendein anderes Gefühl. Denn Empfängnis war nicht viel weni- ger als Selbstmord, weil schwangere Frauen als lästige Esser und arbeitsunfähige Drohnen angesehen und nicht in den Arbeits- lagern geduldet wurden.
Während alle anderen jungen Mädchen wußten, daß Liebe nicht bis zum körperlichen Besitz gehen durfte, und daher ihren Be⸗ gierden strenge Grenzen setzten, schaltete Eva jeden Widerstand aus. Sie hatte sich in den Gedanken verrannt, von dem Maler be- sessen zu werden. Deshalb rückte sie ihm so heftig zu Leibe, daß Raymund eines Tages schwach wurde, der Versuchung erlag und das Mädchen verführte.
Bisher hatte er an dem ganzen Abenteuer keinen Anteil gehabt. Beinahe mit Gewalt in Evas Wohnung gezogen, widerstrebte er nicht länger. Auf die Rolle des spröden Angebeteten verzichtend, entdeckte er, daß er Eva die ganze Zeit begehrt hatte und bloß dem Gesetz des Lagers getreu gewesen war.
Aber Raymunds Verwandlung in einen demütigen und glũhenden
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war Eva zuerst begeistert. Im nächsten Augenblick fühlte sie


