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Revolte der Heiligen : Roman / Ernst Sommer
Entstehung
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Jan sah einen Trupp herankommen, der an Zahl dem seinen glich. In wenigen Sekunden hatten sie begriffen, daß die Ab- gehenden jene waren, die ihnen hatten Platz machen müssen. Jan blieb stehen, mit ihm alle, die hinter ihm kamen. Er riß seine Kappe hoch. Eine Menge Gefühle kreisten in ihm: Schreck, Trauer, Zorn. Alle Begleiter Jans folgten seinem Beispiel. Mit weit auf- gerissenen Augen leisteten sie wie ihr Anführer den Abgehenden Salut. Mit entblößten Häuptern Hießen sie die Abgehenden heran- kommen.

Das also waren ihre Väter! Und wenn es nicht ihre leiblichen Väter waren, so waren es die Väter von Brüdern und Gefährten. Diese waren es, die von ihnen unwissentlich verdrängt worden waren. Auf ihren Körpern hatten Sie zu stehen. Die Muskeln und Knochen dieser Menschen waren Trittbretter für ihre Füße. Die Jungen knirschten. Zorn und Bitterkeit füllten ihre Seelen.

Die Alten hoben langsam die Köpfe. Finster blickten sie die ihnen Gegenüberstehenden an. Dies mußten die zugereisten Werk- stättenarbeiter sein. Ihnen hatten sie Raum geben müssen. Konn- ten diese Leute es über sich bringen, ihre Häupter dorthin zu legen, wo die Köpfe der heute Preisgegebenen gelegen hattenꝰ? Sie schöpften Atem, um Verwünschungen auszusprechen.

Aber da fiel ihnen ein, daß es ihre Söhne waren. Einige hatten Söhne in solchem Alter. Sie wußten nicht, was ihnen zugestoßen war. Aber diese konnten sie nicht verwünschen. Wenn sie auch in den Tod geschickt wurden, damit ihre Nachfolger Raum hatten, um sich auszubreiten, diese Machfolger waren von ihrem eigenen Fleisch und Blut. Wenn sie die jungen Menschen betrachteten, fielen ihnen die Gesichtszüge der eigenen Kinder ein. Manchen wurden sie deutlicher, als sie jemals in den letzten Jahren waren. Sie sahen diese Söhne und Töchter mit qualvoller Findringlichkeit vor sich. Jeder Zug ihres Gesichtes wurde ihnen klar. Die Achtzehnjährigen blickten sie fragend an, mit noch un- fertigen Gesichtern und ratlosen Augen. Neben ihnen standen Zwanzigjährige: waren sie wirklich noch so kräftig? War es die Sonne, die ihnen so viel Leben gab? Hatten die Töchter immer noch Blut in den Wangen und Hoffnung in den Augen? Plötzlich streckten die Alten ihre Arme aus. Ihre Haltung wurde

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