Druckschrift 
Revolte der Heiligen : Roman / Ernst Sommer
Entstehung
Einzelbild herunterladen

hädigte

kamer

men. Jedes Gesicht kreiste wie ein mattglänzender Mond um eine heller strahlende Sonne. In den Augen stand tõdlicher Ernst. Wenige Mienen hatten einen gleichmütigen Ausdruck. Die Mehr- zahl war verzerrt und schien übermäßige Muskelanstrengung widerzuspiegeln. Die Menschen fletschten die Zähne, zogen die Brauen zusammen und gaben, ohne es selber zu ahnen, den Blicken einen wilden und drohenden Ausdruck. Ihre bõsartige Maske, das Gesicht eines feindseligen Dämons, verriet, daß es hier nicht darum ging, ploße Arbeit zu leisten, soundso viel Stunden des Tages. Hier galt es, zu arbeiten oder zu sterben. In manchen Fällen gab es keine Wahl, weil arbeiten und sterben eines war. Jeder Hammerschlag war ein Schlag gegen das eigene Herz.

Jetzt kam Schilling aus seinem Amtsraum. Sein Mantel flog. Er plickte starr. Seine Hand winkte. Wolf ging hinter ihm her. Auf einer Werkbank lagen mehrere Motoren.

Hier, sagte Schilling und stieß Wolf gegen die Werkbank.Jud, zeig, was du kannst. Bring diese Dinger da schleunigst wieder in Ordnung.

Wolf nahm ruhig Platz. Er z0g die Lade der Werkbank auf und ordnete das erforderliche Werkzeug. Dann beugte er sich über die Motoren. Neben ihm stand Schilling. Seine Augen waren scharf auf den Arbeitenden eingestellt und beobachteten jede Bewegung seiner Hände, das Tempo, in dem er die Werkzeuge ergriff, sie handhabte und wieder fortlegte.

Wolf kühlte diese Augen. Sie hinderten ihn an der Arbeit. Aber er wehrte sich. Behutsam lockerte er mehrere Schrauben und zer- legte den schadhaften Teil der Maschine. Da hauchte Schillings Atem über seinen Nacken weg.

Das ist nichts, Jude, sagte der Betriebsleiter.So wird hier keine Arbeit angepackt. Hier wird nicht experimentiert. Hier wird gearbeitet.

Wolk nickte zum Zeichen, daß er verstanden hatte. Da wechselte Schilling seinen Platz. Er beobachtete Wolf von vorn. Ab und zu tuhr er mit einem Wort in die ungleichmäßigen Bewegungen des Arbeitenden. Später begnügte er sich, wortlos zuzusehen.

45