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Revolte der Heiligen : Roman / Ernst Sommer
Entstehung
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derer an der Reihe ist. Aber du bist nichts als wehleidig und wei- gerst dich, dir von fremdem Unglück das eigene, allzu weiche Herz brechen zu lassen!

Er suchte sich zu rechtfertigen.Du weißt, daß es mich ebenso leicht treffen kann wie ihn. Meine Leistungen sind nicht zufrie- denstellend. Und Waldarbeiter gelten selbst dann nicht als un- entbehrlich, wenn sie die Mindestleistung bei weitem über- bieten.

In ihre Augen trat Zorn.Es hängt gewiß nicht von dir allein ab, zu überleben. Aber du weißt, daß Schwächlinge die geringste Aussicht haben, davonzukommen.

Plötzlich empfand er Scham. Wie immer wußte er sich von Anna geschlagen. Unten saß ein Freund, der morgen nicht mehr da sein würde. Er aber trachtete, sich hinter seiner eigenen Feig- heit zu verstecken. Hastig stand er auf. Furcht und Müdigkeit waren überwunden.

Anna folgte. Sie gingen die steile, geländerlose Treppe vorsichtig nach unten.

Es dauerte einige Sekunden, ehe sich Fritz in dem trüben Licht des Kellers zurechtgefunden hatte. Sowie er aber Knüpfer ent- deckte, ging er geradeswegs auf ihn zu. Er hatte nicht überlegt, was er ihm sagen wollte. Als er Abschiedsworte zu sprechen ver- suchte, vermochte er nicht das passende Wort zu finden. Alle Kußerungen des Mitgefühls, die er einmal gehört und gelesen halte, verwirrten sich in ihm. Sie lagen ihm auf der Zunge, ver- stellten ihm den Atem, raubten ihm seine Geistesgegenwart. Er, der geübte Redner, geriet in ein gräßliches Stottern. Erst Annas Pingreifen erlöste ihn. Ihre Worte klangen einfach und echt. Knüpfer legte seine trockene Handfläche um Annas und Fritzens Finger. Er hatte nicht das Aussehen eines Menschen, der Zuspruch benöligt. Fritz petrachtete ihn mit ungläubigen Augen. War er wirklich so ruhig, wie er sich gabꝰ Sein Atem ging tief und gleich- mäßig. Uber seiner Stirn lagerte eine feierliche Stille.

Wie um die Verlegenheitspause zu überbrücken, fragte Knüpfer, ob Fritz und Anna noch immer unter den Holzschlägern arbeite- ten. Anna bejahte und beschrieb nüchtern ihre Tätigkeit. Alle

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