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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
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(Also wie war das, Hollerv, überfiel er mich mit einem vieldeutigen Unterton von Drohung in der gesenkten Stimme, cerzählen Sie mir mal ganz genau, was Ihnen Klo- bocznik ũber seine Selbstverstmmelung gesagt hat. Wie ist er auf᷑ den Gedanken gekommen, sich durch einen Brot- laib anzuschießen? Wer hat ihm das Rezept gegeben? Heh? Sagen Sie mir nicht, daß Sie von all dem keinen Dunst ha- ben. In einem Fall wie diesem gibt's keine Kameradschaft. Wer so'nen Kerl zu decken versucht, vergeht sich gegen die Volksgemeinschaft und wird straffãllig. Ist das klard... Ubrigens brauchen wir Ihre Aussage nur so zur Abrun- dung. Der Klobocznik hat nãmlich sowieso schon ein Ge- ständnis abgelegt. Hätte ihm auch gar nichts genützt, zu leugnen. Wir wissen über jeden Bescheid. v Er zcigte mit dem Daumen auf die Kartothekschränke. Wir kennen je- den. Von der Wiege bis zum Grabe. Inwendig und aus- wendig. Vielleicht besser als irgendeiner von euch sich selber kennt. Kapiert? Na, und jetzt packen Sie aus, Hol- lerlv

Ach, das war es! Kloboczniks fragwürdige Handverlet- zung. Ich war froh, daß ich darũber nichts wußte, nichts aussagen konnte. Im letzten Augenblick, als ich schon zum Sprechen ansetzte, Sah ich plõtzlich Klobocznik wieder vor mir, wie er, beim Weißfärben seines Schnurrbarts ũber- rascht, die Flasche mit Wasserstoffsuperoxyd hatte ver- Schwinden lassen. Aber wohin kam man, wenn man erst anfing, sich an solche Sachen zu erinnern? Ich beteuerte: Herr Sturmführer können mir auf Ehre und Gewissen glauben, daß ich von der ganzen Angelegenheit keine Ah- nung habe. Sie ist passiert, wie ich schon mit Gehirner- Schütterung im Krankenhaus war. Und Klobocznik selbst hat mir gegenũber nie eine Andeutung gemacht. v

Hm. Es liegt aber die Aussage von Sadowski vor, daß Klobocznik seine Stubenkameraden ins Vertrauen gezo- gen hat. Na, was sagen Sie nudv

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