zerkleinerte. Das Wasser rann ihm dabei aus den rotum- rãnderten Augen, aber er sang munter, unter genießeri- schem Grimassieren:
Ich jag' den Hirsch im wilden Forst, Tralalala, hmhmhm...
Bei den letzten Takten spießte er mit dem Messer einen Sülzewürfel auf, tunkte ihn in die Zwiebelschnitzel, und schob den Bissen in den Mund. Kauend sang er weiter:
Und dennoch hab ich starker Mann Der Liebe Macht verspürt...
Er beendete das Lied auf võllig ũberraschende Weise, in- dem er die Faust mit dem Messerknauf krachend auf den Tisch fallen ließ und mich anbrüllte: Was sollen die Krk- ken, he? Nichts anderes im Kopf als Drůckebergerei! Aber uns von der SS. kann man mit so was nicht hinters Licht führen. Uns nicht, verstanden dv
Also um die Krücken handelte es sich! Und ich hatte schon an irgendwelche Verwicklungen mit Maurer ge- dacht, oder mit Barbara. Mun, wenn er glaubte, mich auf diese Weise einschüchtern zu können, so sollte er sich ver- rechnen. Ich drückte die Brust vorschriftsmäßig heraus und schnurrte los: aLiegt mir vollständig fern, Herr Sturmführer. Ich war in die Wohnung des Herrn Rittmei- sters von Egloffstein vom Reichsprotektoratsamt, hinter dem Statthalterschloß, bestellt und habe die Krücken nur benutzt, um in mõglichst guter Form dort anzukommen. Daß ich jetzt zu Herrn Sturmführer befohlen werde, konnte ich ja gar nicht wissen. v
Der Schwarze winkte mit gelangweilter Geste ab.«Ge- schenkt! Interessiert mich gar nicht, wo Sie waren. v Et zer- kaute einige Sülzewürfel, trank einen Schluck Bier nach und begann, zwischen den Zähnen zu stochern. Plõtzlich nahm er das Messer aus dem Mund und richtete es zielend auf mich.
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