Druckschrift 
Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
377
Einzelbild herunterladen

hagens voller Schuldbewußtsein, voller Erwartung eines strafenden Schicksalsschlages.

Auf die Wachstubed Ja, warum denn d fragte ich.

Wie soll denn ich das wissen dv gab der Posten unwirsch zurück, setzte dann aber in kameradschaftlicherem Tone hinzu:«Na, geh schon, den Kopf wird's nicht kosten.v

Er hatte recht: es konnte den Kopf nicht kosten? Ex? Was? Lag denn ũberhaupt etwas gegen mich vor? Wie- cherlich, an eine solche Möglichkeit auch nur im Traum zu denken!

Der saugende Strom setzte aus. Ich klopfte an die Türe der Wachstube. Es kam keine Antwort. Doch wer von uns konnte schon mit absoluter Sicherheit behaupten, daß nichts gegen ihn vorliege? Daß sich nichts gegen ihn zu- sammenbraue

Der Strom schaltete sich von neuem ein. Ich õffnete und trat in das Wachzimmer.

Es war niemand da. Aber hinter einer angelehnten Türe mit der AufschriftEintritt außerdienstlich verboten! wurde ein Sesselknarren laut, und eine herrische Stimme rief: Wer ist draußen d»

(Oberschütze Holler. v

(Reinkommen!

An einem Schreibtisch, flankiert von mächtigen Karto- thekschränken saß ein bulliger Mann in der Uniform eines SS.-Sturmführers. Seine Nase war plattgedrückt, als sei eine Walze darũber gerollt; das Kinn stand vor wie bei ei⸗ nem Preis boxer.

Er hatte ein Seidel Bier und ein fettiges Stullenpapier mit einer dicken Scheibe Fleischsũlze vor sich. Ohne mir auch nur einen Blick zu schenken, schnitt er die Sülze mit seinem Taschenmesser in regelmäßige Würfel, holte dann aus einer Schublade hinter Stempelkissen und Waschsa- chen eine Zwiebel hervor, die er fachkundig schälte und

3