der. Wenn sich die Sache so verhält, werde ich wohl vor- erst durch einen Mittelsmann recherchieren lassen. Da ist man besser vorsichtig. Bei solchen Leuten kann man nie wissen. v
Mich packte ein kalter Zorn. Ich kam mir wie ein Ver- rãter vor(was hatte ich dem Kind angetan), aber zugleich fühlte ich mich mißbraucht. Ich verneigte mich.«Es ist jetzt Zeit für mich, zu gehen, Frau von Chabrun. v
Sie schien über die Plõtzlichkeit meines Aufbruchs nicht weiter erstaunt. Was sie wissen wollte, wußte sie. Ich selbst interessierte sie nicht. Ich konnte gehen. Sie entließ mich mit einem steifen:«Haben Sie Dank, Herr Holler. Viel Glücklv
Gereckt, schmal und eckig stand sie da und schaute mir nach. Das Kästchen mit Joachims Notizbuch hatte sie an die Hüfte gepreßt wie ein Reiteroffizier seine Parade- Tschapka.
Dietzens Wort vom Junkerpack flog mir durch den Kopf. Daß ich ihm recht geben mußte, füllte mich mit Hkel, mit Ubelkeit.
Ach, was, die kõnnen mich alle... vdachte ich laut, wãh- rend ich an dem Dienstmãdchen im Vestibũl vorbeistapfte. Ihre entgeisterte Miene bereitete mir Befriedigung. Auf dem ganzen Heimweg wiederholte ich: Die kõnnen mich alle, alle, alle.»
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Der Torposten, dem ich bei der Rückkeht meinen Aus- gangsschein übergab, hob die Augen gleich wieder von dem Papier. Etwas in seinem Ausdruck mißfiel mir. Indem Sagte er: Gehen Sie mal gleich auf die Wachstube. Sie sol- len sich dort melden.
Mir war es, als werde in meinem Innern ein Kontakt be- rührt, ein Strom eingeschaltet: der saugende Strom jenes immer vorhandenen, nur bisweilen schlummernden Unbe-
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