Jagdjacketts gezogen. Sie klemmte es nun vor das rechte Auge, begann vorzulesen: Erbschaft nach Vetter Isko ge- feiert, zugleich mit etlichen Siegen. Ziemlich schwer ge- trunken. Dabei einer sentimentalen Schwachheit nachge- geben und zu Holler, für den ich ein gewisses faible habe, über meine Tochter gesprochen. Gedanken daran einer- seits peinlich, andrerseits ganz wohltuend, alles in allem: halb s0 wild.v Sie klappte das Buch zu, schwieg einen Au- genblick.
Halb so wild- dasselbe dachte auch ich und lehnte mich zurück.
Ja, das wäre also die Sache?, hob Frau von Chabrun wieder an. aSie mũssen wissen, Herr Holler, ich hatte bis- her keine Ahnung von der Existenz eines solchen... eines Kindes von Joachim. Was kõnnen Sie mir darũber sagen? Wo befindet es sich? Wer ist die Mutter? Bitte, seien Sie ganz offen! Es ist mir klar, daß dieses Kind einer unstan- des... also einer Verbindung entstammt, die in unseren Kreisen...vSie ließ das Monokel in die hohle Hand fallen, behauchte das Glas, rieb es am Krmel sauber; ihre Finger zitterten. Immerhin, es ist Joachims Kindv, fuhr sie mit wiedergewonnener Beherrschung fort, cund jetzt, da er tot ist... Jedenfalls mõchte ich alles ũber das Kind erfahren. Sie wissen sich doch noch an das, was Joachim Ihnen da- mals gesagt hat, zu erinnern? Oder... aber nein... Sie werden es doch nicht etwa vergessen habend»
Vergessen? Wie hãtte ich jenen Abend vergessen kön- nen, von dem die eben vorgelesene Stelle aus Chabruns Aufzeichnungen handelte? Pas war doch der Abend ge- wesen, an dem Seelke Schluß gemacht hatte!
Greif᷑ bar nahe stand alles wieder vor mir: die Theke und das bockige Orchestrion und der Tisch mit dem, Gläser- meter und die Schnapsflecken auf Marofkes Uniform und der Bieruntersatz in der Hand von Chabrun, der sarka-
377


