(Gut, gut.» Klobocznik zwinkerte mir zu.«Aber was nützt unsereinem schon ein Engel in Magdeburg , noch da- zu in festen Händen? Hab ich recht, Holler? Das ist ja nicht mal eine Taube auf'm Dach! Nee, Herrschaften, da zicht Klobo schon ein Luder wie die Gerda hier im Bett vor.v Er prustete geil durch die Nase. Indem wurde an die Tür geklopft. Herein lvschrie Klobocznik, cimmer rein mit dem Betthäschen! Wir...» Er schlug sich auf den Mund.
In der geõffneten Tür stand nicht Gerda, sondern— mei- ne Mutter.
Ich wollte vom Bett, auf dem ich hockte, aufspringen, um Mutter entgegenzueilen, aber sie war schneller als ich. Schon stand sie neben mir und küßte mich mehrmals auf Stirn und Augen. Dann erst schien ihr die Anwesenheit der zwei anderen bewußt zu werden; unsicher trat sie einen Schritt zurück.
Sadowski erwies sich als Mann von Welt. vJja, da lassen wir Sie und Hans wohl am besten allein, Frau Hollerv, er- klärte er mit einer Art Kratzfuß, ckomm, Klobo, wir wol- len nicht stõren, was glotzt du denn noch?v Er gab dem kopfschũttelnd dastehenden Klobocznik einen sanften Stoß und bugsierte ihn aus dem Zimmer.
Mutter setzte sich zu mir auf das Bett und nahm ihren Hut ab, einen jener Schwarzen Strohhüte mit steifer Krempe und breitem Taffetband, die— solange ich zurũckdenken konnte— zu ihrer sommerlichen Sonntagstoilette gehört hatten. In Mutters Bewegungen offenbarte sich die gleiche ũberraschende Flinkheit wie je, und doch kam mir ihr Ge- sicht schmaler, ihre ganze Gestalt kleiner und zerbrechli- cher vor als bei meinem letzten Urlaub.
Du siehst gut aus, Mutterꝰ, Sagte ich schnell.
(Geh, geh. Aber du schaust gut aus, Hansl. Besser als ich's erwartet habe. vMutter suchte nach etwas Hölzernem, um daran zu klopfen. Es waren nur meine Krücken da. Sie
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