(Nun, ich meine, allmählich muß sich doch jeder von uns seine Gedanken darũber machen, was aus Deutschland wird. Und wenn mich nicht alles täãuscht, hast auch du so deine Zweifel und Bauchschmerzen. v
(Nein, also wieso denn? Das verstehe ich nicht», ant- wortete ich ausweichend; ich fühlte, wie mir die Rõte in die Wangen stieg.«Ja, und ũberhaupt.. vich wollte hinzuset- zen, daß unser einziger Gedanke jetzt,Sieg“ heißen müsse, aber zu meinem eigenen Erstaunen kam es anders her- aus:(Zuerst einmal muß dieser Krieg überstanden wer- den. v
cJa, so sichste aus. Uberstanden. Und wer's nicht über- steht, hat eben Pech gehabt, nicht wahrd Und wer's über- steht, für den wird sich nachher schon alles irgendwie ein- renken, wie ꝰv Maurer machte eine Pause, betrachtete nach- denklich seine großen Hände, die er mit den Flãchen nach oben vor sich hinhielt. Als er weitersprach, konnte man meinen, er lese die Worte von den Runzeln und Schwielen ab: Nein, mein Junge, so einfach ist die Sache nicht. Und das weißt du natürlich im Grunde selber. Aber du bist wie die meisten Landser. Keiner von euch glaubt mehr, daß dieser Krieg gewonnen werden kann. Aber wenn ihr euch vorstellen sollt, was nachher kommt, seht ihr nichts als ei- nen Abgrund, ein großes schwarzes Loch. Und da kommt euch das Gruseln. Da sperrt ihr Augen und Ohren zu und pariert nach wie vor. Es ist zu spät', sagt ihr wohl, es nützt nichts mehr; an dem Tag, an dem wir die Waffen weglegen, schlachten uns die andern ab; wir stehen halt unter einem Fluch'. Auf diese Weise bleibt ihr gehorsam weiter im Geschirr. Schlagt weiter um euch wie von Sin- nen. Richtet immer mehr Unheil an in der Welt und erregt immer furchtbareren Haß gegen Deutschland . Und wofür das alles? Damit die ⁊wei oder drei Millionen kleinen und großen Bonzen, die allein in der neuen Ordnung bequem sitzen, erst recht ans Fettnãpfchen rankommen, wãhrend
327


