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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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Schaden auch schon behoben, in paar Minuten wird losge- fahren.» Er hockte sich nieder und begann, mit dem Bajo- nett in der Glut herumzustochern. Hm, natürlich, die Hãlfte võllig hin. Da, gerade noch drei pro Mann sind ge⸗ blieben!v Er spießte die noch genießbaren Kartoffeln aus dem Feuer; schob jedem von uns die auf᷑ ihn entfallenden drei Stũck zu(wobei er streng darauf sah, daß die großen und kleinen gleich verteilt wurden) und machte sich sofort daran, seine Portion aufzuessen.

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Chabrun kam über die Dächer der Viehwaggons nach vorn zum Tender geturnt, um mich abzulõsen.

(Gib achtv, rief er mir nach, als ich mich auf demselben Wege, den er gekommen war, nach dem Dienstwagen auf- machte, cich wãre vorhin beinah runtergepurzelt, wie ich einer Sternschnuppe nachgestarrt hab. Die fallen heute nacht wie überreife Kpfel im Wind. v

Der Weg ber die Waggondäãcher erforderte in der Tat Vorsicht und Geschicklichkeit. Der Zug schien noch ärger zu schlingern als am Tage. Die Wächterhäuser und Ort- schaften an der Strecke lagen verdunkelt da. Das flim- mernde Sternenlicht war trũgerisch und ließ die Finsternis nur noch dichter erscheinen. Ich war froh, als ich endlich vom letzten Dach auf die Plattform des Dienstwagens hin- unterkletterte.

Aufatmend lehnte ich mich gegen die Waggontũr. Durch das unverglaste Türenfenster konnte ich Maurer und den al- ten Zugführer lebhaft aufeinander einreden hören, doch waren bei dem drõhnenden Rattern des Zugs nur einzelne Worte und Satzfetzen zu verstehen: ¶Klar, und nachher, Inflation, das letzte Mal haben sie's genau so gemacht... erst fünfundzwanzig wieder richtige Butter auf dem Tisch

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