der eines Trãumenden, als er fortfuhr: Freilich, freilich, man kann sich nicht genug vorsehen beim Gebrauch sol- cher großer Worte wie Pienst und Pflicht. Wie oft sind sie blolß Kulissen, und dahinter ist nichts, oder, noch ärger, irgendeine Gemeinheit. Was wiederum eine total abwegige, verrottete und dekadente Ansicht ist! Denn was sonst als das preußische Prinzip von Pflicht und Pienst bildet die Grundlage unserer ganzen Haltung? Unseres Stils? Unse- rer Existenz schlechthin? Wie anders könnten wir diese Uniform tragen? Diesen Krieg führen? Und deshalbv, er tauchte gleichsam mit einem Sprung aus seiner Versunken- heit empor, adeshalb, mein Freund, müßte ich eigentlich selber diesen Maurer anzeigen... Oh, bitte, er hat wahr- Scheinlich etwas Analoges zu dem, was bei unsereinem Haltung ist, aber wo kãme man hin, wenn man solchen Menschen das Recht gãbe, sich über das Gesetz von Zucht und Einordnung hinwegzusetzen? Na, glücklicherweise beendet Herr Pietz alle unsere Dilemmas. Ja, ich kann nicht umhin, zu gestehen, daß mir dieser Akt des wenig angench- men Herrn Pietz recht angenehm ist, denn ich bin bekannt- lich etwas angestoßen, und das verursacht eine gewisse, äh, Sensibilitãt, die mir ein eigenes Einschreiten in diesem Falle erheblich vergällen würde. Er blies das Aschenhäuf- chen von seiner Hand, starrte nach dem Hügelsaum hin- über, hinter dem die Sonne soeben verschwunden war. Im Spiel der violetten Halbschatten, die der herankommen- den Dãmmerung voranliefen, fiel es mir schwer, zu erken- nen, was das Lãcheln um Chabiuns schmale Lippen pedeu- tete, ja, ob er überhaupt lächelte.
Võllig ũberraschend ertõnte neben uns die Stimme Mau- rers: Ach, ihr Dõsköppe! Ich wußte es ja. Jetzt habt ihr doch richtig die Kartoffeln verkommen lassen. Auf zwei- hundert Schritt hin kann man's riechen. Ubrigens, meine Stunde ist um, Chabrun, und der Lokomotivfritze hat den
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