haupt, mit Onkel Helmut und Effi, mit dem Lehrerbund, mit dem Bezirkskommando, mit den Auskämmungskom- missionen, mit Pietz und Chabrun und Maurer, mit dem immerwãhrenden Bewußtsein, überwacht zu sein und be- wachen zu müssen; festen Boden unter den Füßen haben, in einer unkomplizierten Ordnung leben, keine Angst vor dem Morgen haben müssen.., ach, sich abschließen kön- nen von dem Wissen, daß die Zeit verrinnt, daß der Au- genblick verfliegt, daß schon in der nächsten Minute die Pfeife der Lokomotive uns aufscheuchen kann!
Chabrun fragte: Heinmwch nach dem Unerfüllbaren, ähd»
Was? Wieso kommst du darauf? Und warum glaubst du, daß es etwas Unerfüllbares ist?
Chabrun, der bisher gleich mir auf dem Rücken gelegen hatte, richtete sich halb auf, z0g aus dem Feuer einen glü- henden Stengel und zündete sich eine Zigarette an. Der Feuerschein fiel auf sein scharfes, dunkles Gesicht, daß es aussah wie aus Metall geprãgt.
Er hielt mir Tabak und Zigarettenpapier hin. Auch eine dv Und nachdem er mir Feuer gegeben hatte: cJa, an diesen milden Nachsommertagen mit ihrem geradezu raf- finierten Friedenszauber(Schau nur, die Sonne dort, sie rollt hinter den Hügel wie eine rote Mãrchenfrucht), da ge- deihen die tõrichten, die absolut hoffnungslosen Hoffnun- gen, die Luftschlõsser im luftleeren Raum.»
Ich Sah die niedergehende Sonne, ich roch das Kartoffel- feuer und den Wind, der aus der Ferne den Duft von frisch gemãhtem Gras herübertrug. Es war wie ein leichter Rausch. Ich hörte mich sagen:«Töricht, hoffnungslos. Warum soll nicht nach einer bodenlosen Zeit eine Zeit der Ruhe kom- men? Warum soll es das nicht geben kõnnen dv
Chabrun schwieg. Als ich schon sicher war, daß er die Frage überhört hatte oder überhören wollte, fing er zu sprechen an, schleppend, als scien es seine eigenen, eben
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