seine Augen wanderten müde und feindselig über uns hin, als wollten sie sagen: Ach, ihr Schnösel ihr!v Aber die Worte, die dem Blick folgten, klangen ungereizt, fast gleich- gültig: Wir sind im Krieg, meine Herren, und müssen mit den schlechtesten Maschinen fahren. Dazu fünfundzwan- zig Prozent mehr Last, kein richtiges Gl, und nur die Hãlfte vom notwendigen Personal. Wenn da mal was an den Kesselringen kaputt geht, darf man sich nicht wundern. Es ist sowieso kaum glaublich, daß sich diese Kaffeemühlen ũberhaupt noch zusammenflicken lassen.v
Chabruns Stimme verriet nichts mehr von Arger oder Nervositãt, als er sich nun, sehr höflich, erkundigte:«Und wie lange wird es wohl dauern ꝰ
Der Zugführer konsultierte eine unfõrmige Taschenuhr. (Unter anderthalb Stunden dũrfte es kaum zu machen sein. Ich muß zum nächsten Wächterhaus, telegraphieren, daß der Siebenuhr-Zug von Turnau aufgehalten wird. Stellen Sie doch eine Wache aus, Herr Gefreiter, auf alle Fãlle. v Er legte zwei Finger an das brüchige Schild seiner Eisenbah- nermũtze und stelzte vorsichtig auf seinen gichtigen Bei- nen davon.
Chabrun wandte sich zu Maurer. Obwohl er leise sprach, wirkte das, was er sagte, wie ein Hieb:«Hõr mal an, Mau- rer. Ich mõchte dir was in aller Deutlichkeit auseinander- setzen. Wie du mit Dietz wegen deiner Düsseldorfer Ge- schichte zusammengerasselt bist, hab ich geschwiegen, ob- wohl sich ein Mann in Uniform solche Kußerungen gar nicht anhören dürfte. Besonders nicht von einem andern Mann in Uniform. Die Gestapo nennt so was Zersetzung, und streng genommen, ist es auch genau das. Na, aber da- von will ich nicht reden. Worauf es mit ankommt, ist dies... v Er spielte mit seiner Pistole. Der Ton, in dem er fortfuhr, war hell und hart. Also kurz, mich interessiert nicht, was dich zu einem solchen Verhalten bewegt. Deine Ansichten sind mir egal. Auch deine Absichten. Was mich
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