weilen bekam er eine solche Schlagseite, daß wir das Spiel unterbrechen mußten, um die Einsätze und Stiche auf der als Kartentisch dienenden Kiste festzuhalten. Maurer un- terbrach dann das Summen des Loreleiliedes, von dessen Melodie er schon seit Beginn der Fahrt verfolgt zu sein schien, und sagte jedesmal:«Na, wenn das mit dieser alten Postkutsche nur gut ausgeht!*
Der plõtzliche ruckartige Halt auf offener Strecke warf uns beinahe von den Sitzen. Karten und Geld fielen zu Bo- den. Auf das grelle Kreischen der Bremsen und das Klirren der Puffer folgte ein Augenblick der Stille. Dann ertönte vielstimmiges Quietschen, vermischt mit dem scharfen Zischton ausstrõmenden Dampfes.
Chabrun schnellte hoch, griff nach seiner automatischen Pistole und rief᷑ uns zu: Los, raus!v
Maurer blieb sitzen. Er rieb sich den Ellenbogen, mit dem er bei dem jãhen Ruck gegen die Waggonwand ge- prallt war. aImmer langsam voran! Er bückte sich, um die Geldstũcke vom Boden aufzulesen, hielt jedoch mitten in der Bewegung inne. Chabrun hatte sich mit unerwarte- ter Heftigkeit umgedreht. Unter seinem gewitternden Blick stand Maurer zõgernd auf. Wir haben es doch nicht so ei- lig, ein paar Kugeln in den Bauch zu kriegenv, brummte er, wenn das nãmlich Sabotage ist, meine ich.v
Eine drohend ungeduldige Kopfbewegung Chabruns ließ ihn verstummen und das Gewehr schultern.
Chabrun sprang aus dem Wagen. Wir andern folgten.
Von der Lokomotive her kam der Zugführer auf uns zu.
Was passiert dv fragte Chabrun mit hochgeschraubter Stimme.
(Nein, nichts besonderes. v
(Na, warum denn das Getõse? Und was ist das über- haupt für eine Art, wegen nichts und wieder nichts auf of- fener Strecke zu halten dv
Der Zugführer hätte Chabruns Großvater sein können;
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