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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
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Effi blieb stumm. Aber die Telephonistin hatte die Ver- bindung noch nicht unterbrochen. Plötzlich war Effis Stimme wieder da:«Hans ꝰv

Ja. v Es entstand eine kurze Pause, dann hörte ich mich Sprechen:«Und wie geht es dir?v

Mir? Effi zögerte. Endlich kam es fragend, betreten: Wie soll es mir gehend»

Ich stand noch eine Weile und hielt den Hõrer ans Ohr. Aber Effi schwieg.

Die Telephonistin wurde ungeduldig:(Bitte abhängen! Abhängen. Hören Sie michdv

Hans?» flũsterte Effi ängstlich. Und nun zärtlich noch einmal: Hans!*

Ich fühlte kein Mitleid, nur Abwehr, nur Kälte. Ich hängte schnell ein.

(Da, trink mal!» Der Kantineur schob mir ein Glas Bier hin. Schlechte Nachrichten?»

Neinꝰ, erwiderte ich in Gedanken, adas heißt, ja. v Erst jetzt wurde mir bewußt, daß Kurt gefallen war. Ich holte sein Jägerphoto aus der Brieftasche. Da stand er noch, breitbeinig, mit geschürzter Oberlippe, seinen Sãbel auf den erlegten Wolf gestützt, als wollte er sagen: die ganze Welt ist mein Jjagdrevier.

(Ein Bruderdv fragte der Kantineur, der mir über die Schulter sah.

Ja. Der zweite Gefallene schon, und bei beiden ist es dieses Jahr passiert. v

Hm, es hat verdammt viele erwischt, in der letzten Zeitv, brummte der Kantineur, aund es wird noch manchen mehr erwischen, bevor wir durch sind. v Er griff nach einem Lap- pen und machte sich unter leisem Gefluche an das Blank- putzen der Bierhähne, die aus Ersatzmetall waren und nie richtig glänzen wollten.

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