führt, daß die Würste aus den Vorratskammern mehrerer hoher Beamter der Protektoratsverwaltung und der Bewe- gung stammten, deren Villen von einem besonders ge- schickt zu Werke gehenden Einbrecher besucht worden waren.
Das Nachtgespenstv, entfuhr es Chabrun.
Marofke nickte. ¶Erraten! Das Nachtgespenst, von dem die Zeitungen eine ganze Menge geschrieben habenlv Er mußte warten, bis unser Gelãchter abgeebbt war.«Jaja, das Nachtgespenst. Scelke hat ein volles Geständnis abgelegt. Sogar beim persõnlichen Sicherheitskommissar des Reichs- protektors ist er auf Besuch gewesen, aber dort hat man nachher quasi gar nicht gemerkt, daß etwas von den Vor- räten fehlt. v
Und dann erfuhren wir noch, wie Seelke seine Besuche an den— angeblich der strammen Sãchsin gewidmeten— dienstfreien Abenden ausgeführt hatte, ganz ungeniert, weil doch niemand auf den Gedanken kommen konnte, einen Mann in Uniform anzuhalten; und wie er aus den Speisekammern immer nur solide, nahrhafte Dinge entwen- det, dagegen Kaviar, Lachs, Wein und andere Luxuswaren unangerũhrt gelassen, auch nichts an Geld oder Wertge- genstãnden mitgenommen, dagegen es nie versãumt hatte, Unordnung in Schränken und auf Regalen zu beseitigen. Unter diesen Umstãnden ließ es die Rücksicht auf das Pre- stige der Geschädigten und auf den guten Ruf der Besat- zungstruppen geraten erscheinen, die Geschichte nicht preitzutreten, und das wãre pei einer Gerichtsverhandlung unvermeidbar gewesen. Seelkes Geständnis, seine Motive als Familienvater und seine pisher tadellose Führungsliste poten weitere Milderungsgrũnde, und so hatten die vor- gesetzten Stellen entschieden, daß von einer Strafverfol- gung abgeschen werden könne, falls Scelke sich freiwillig zum Dienst an der Front melde,— was er denn auch getan hatte.
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