Es dauerte mehrere Minuten, bevor sich unser neuer- liches Gelãchter legte.
Chabrun war der einzige, der von der allgemeinen Hei- terkeit nicht ganz ergriffen schien. Unter dem schweren Augenlid gewitterte es. Grimmig knurrte er: Also jetzt weiß ich endlich, wie man es anstellt, schnell zur Front zu kommen, und es ist doch wieder nichts für mich!
Seine Bemerkung trieb uns nochmals die Lachtränen in die Augen.
Klobocznik wurde abgesandt, nach Seelke zu suchen, aber er kehrte unverrichteter Dinge zurück. Dafür brachte er(woher, blieb sein Geheimnis) einen ganzen Arm voll Schnapsflaschen mit. Er nahm den großen zinnernen Stie- fel von der Theke, füllte ihn halb mit Bier, halb mit Schnaps, und goß das Gemisch, ohne auch nur einmal ab- zusetzen, hinter die Binde.
Klobocznik, damit kõnnen Sie sich quasi schen lassen! lobte ihn Marofke.
Dietz trumpfte auf. In seinen Studentenzeiten habe er regelmãßig zwei bis drei Stiefel hintereinander ex getrun- ken, nur sei der Stoff natürlich besser gewesen.
Ach, der Schnaps ist gar nicht so übelv, versetzte Cha- brun.
So d Warum trinkst du dann nicht auch mal einen Stiefel vollv, erkundigte sich Dietz herausfordernd.
Chabrun schnippte mit den langen schmalen Fingern. Oh, das finde er nicht amüsant genug. Aber ob uns mal was von der schõnen Sitte des Metertrinkens zu Ohren ge- kommen seid Nicht? Nun, dann wolle er sie uns vor- demonstrieren, so wie man sie bei den Ziethen-Husaren nach der Schlacht bei Kolin eingeführt habe.
Er ließ sich vom Kantineur eine grõßere Anzahl Schnaps- glãser geben, die er dann auf dem Tisch, entlang der Kante aufstellte, bis die Gläserreihe genau einen Meter maß. Er füllte mit Bewegungen, die etwas Sakrales an sich hatten,
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