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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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rück, anein, mein Lieber, dafür bin ich mir denn doch zu gut.»

Klobocznik, der mit einem großen Messer die Nãgel an seinen zusammengedrückten platten Zehen beschnitt, un- terbrach sich in dieser Beschäftigung und rief:«Na, laß dich nicht so bitten. Um Klahdes Nachruf hast du dich ge- rissen.v

Das war auch ganz was anderes. Da ging es um eine höhere Sache. v

Parauf wußte Klobocznik nichts zu erwidern. Krgerlich fuchtelte er mit dem Messer herum.

Da mischte sich Chabrun ein.«Geht's denn hier nicht auch um was Hõöheres d» fragte er gedehnt. cIch verstehe wirklich nicht, wie du Seelke deine Hilfe verweigern kannst, wo die obersten Parteistellen immer wieder beto- nen, wie entscheidend richtig abgefaßte Traueranzeigen den Zustand der Moral im Hinterland beeinflussen kõnnen.v

cIch weigere mich ja nichtv, versicherte Dietz eilig. Er ãugte scharf zu Chabrun hinüber, wohl um herauszufinden, ob dieser im ernst oder ironisch gesprochen hatte. Aber Chabruns Miene verriet nichts. So fuhr Dietz schnell fort: ¶ch meine nur, nachgerade mũßte jeder Volksgenosse und besonders jeder Wehrmachtsangehörige imstande sein, mit ein paar schlichten Worten auszudrücken, was unsereins bei der Mitteilung eines Soldatentodes zu empfinden hat... Na, aber gib her, Seelke! Ich will dir ein Konzept machen. v Er ließ sich den Brief geben, las ihn durch, strich mit einem Bleistift mehrere Stellen an und fragte dann in wichtig- keitsgeladenem Ton, als nehme er ein Protokoll auf:«Dein Schwager war Stabsgefreiter dv

(Jalv

¶Nationalsozialist ꝰv

Das will ich meinen. Blockwart in der Partei, und bis zum Krieg auch SA.-Mann, und Zahlstellenleiter im Reichshandwerksbund. v

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