Irgendwelche Auszeichnungen dv ¶Ja. Duldsamkeitsorden und natürlich die Frostmedaille, von meht weiß ich nicht.v Na, das genũgt auch. Wollen mal sehnv Dietz prachte einige Zeilen zu Papier, überflog sie mit selbstgefälligem Lächeln, wandte sich schließlich wieder zu Seelke: cSo, da hätten wir die Sache.v Scelke wollte nach dem Papier greifen, aber Dietz gab es nicht her. Laß nur, ich will's erst mal vorlesen.v Er rãusperte sich. Hem, also: Traueranzeige. In heldenhaf- tem Pinsatz für Führer und Reich fiel in den siegreichen Verfolgungskãmpfen im Osten der Vater meiner Sõhne, mein Gatte, Parteigenosse Hermann Paulicke, Stabsgefrei- ter in einer Minensuchkompanie, Träger der vierjãhrigen Dienstauszeichnung und der Ostmedaille usw.... Sein Name leuchtet in unvergãnglichen Lettern auf dem Ehren- Schild Großdeutschlands. In stolzer Trauer: Katharine Paulicke, geborene Seelke, samt Söhnen Adolf Eberhard und Horst Hermann. v Pietz blickte von dem Schreibblock auf. Nun, wie fin- dest du'sd... Halt, da fällt mir gerade noch was ein! Hast du nicht gesagt, daß deine Schwester in der Kriegsopfer- fürsorge arbeitet? Da můßte sie eigentlich noch was Ker- niges zum Schluß hinzufügen. Und ich hab's auch schon. Wie alt sind die ⁊wei Jungen?v do fünf und vier Jahre. Die Buben sind spãt gekommen. v Fünf᷑ und vier. Das paßt ausgezeichnet. v Pietz kritzelte noch etwas unter das bereits Geschriebene. ¶Ja, es heißt jetzt also: in stolzer Trauer usw., folgen die Namen, und dann: Schlaf wohl, mein Hermann, die Jungen spielen Schon Soldat. Na?v Scelke nahm das Papier entgegen; holte aus seinem Bril- lenfutteral ein Lederlãppchen, mit dem er sorgfãltig die Glã- ser blank rich; und las mit bekümmert prüũfendem Aus- druck, was Dietz geschrieben hatte.
16 241


