Druckschrift 
Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
226
Einzelbild herunterladen

Marofke gab ihm sofort eins aufs Dach.«Eine Rang- stufe hat mit Dienstgeheimnis nichts zu tun. Das müßten Sie quasi als Intelligenzler schon wissen. Still jetzt lvschnitt er jede Entgegnung ab.

Der Kommissar kam zurück. Die Aktion setzte ein.

15

Das Haus, zu dem Brausewetter uns führte, lag am Rande der Siedlung: eine kleine weiße Villa mit verglaster Veranda. Der Mann von Stube 2 A erhielt den Befehl, den Hinterausgang zu bewachen. Ich hatte vor der Veranda Posten zu beziehen. Die übrigen begaben sich zur Haupt- tũre.

Finige Minuten verstrichen mit Warten. Aus dem Hause tõnte leise Radiomusik: eine Militärkapelle spielte Wagner.

Brausewetter gab ein Zeichen. Marofke stieß mit dem Kolben gegen die Türe und brüllte: Aufmachenlv

Das gleiche Gerãusch schmetternder Kolben und rauher Stimmen erschallte in zwanzigfacher Wiederholung rund um uns. Ich hörte Dietz entzückt ausrufen: Eine Organi- sation, Donnerwetter lv

Von innen wurde jetzt offenbar gefragt, wer Einlaß ver- lange. Brausewetter schrie: Polizei. Sofort aufmachen!

Marofke und Dietz sekundierten mit großem Stimmen- aufwand.

Die Tür ging auf. Der Hochzeitsmarsch aus Lohengrin, von Hõrnern, Flõten und Tschinellen gespielt, flutete her- aus: Treulich geführt, zichet dahin.»

Ein Mann in geblümtem Schlafrock erschien auf der Schwelle. Das Licht einer Flurampel beleuchtete sein gel- bes Gesicht, auf dem ein krampfhaftes Lächeln gegen Ver- störtheit ankämpfte. Er sagte in hartem Deutsch: Bitte sehr, meine Herren, bitte, was steht zu Diensten? Ich...

Brausewetter schlug ihm hart und prãzis auf den Mund.

226