Wir stchen gerade vor der Sperre, da heißt es auf einmal: Alle Passagiere links um in den Wartesaal zweiter Klasse, es findet eine Schleichhandelskontrolle statt. Mein Seelke wird ganz grůn, aber die Madame tut weiter munter, als ob gat nichts los wãre. Gleich beginnt sie, mit einem von den Beamten zu schäkern, und redet ihm richtig ein Loch in den Bauch: daß sie eine Soldatenfrau ist, Mutter von fünf unversorgten Kindern, und der Mann schon zwei Jahre weg von Zuhause, und so weiter. Darauf versteht sie sich ja, das muß ihr der Neid lassen. Und wirklich, der Kon- trolifritze wird weich, mein Friedachen windet sich auch schon um ihn herum— da passierts. Sic hatte nämlich was unter dem Kleid umgebunden, aber die Schnur muß aus Papier gewesen sein, oder die Sachen waren zu schwer, also es gibt auf einmal so ein komisches Gepolter, die Ma- dame magert rapide ab, und vor unseren Füßen liegt die ganze Bescherung: zwei Speckseiten, die Ungarische hier. noch drei oder vier andere Würste und ein kleiner Schin- ken. Weiß der Teufel, wo Alois das alles aufgetrichen hat, der Schlaue Fuchs! Na, um es kurz zu machen: Frau Frieda ist Schließlich abgedampft; die Rãucherwaren mußte sie zu- rücklassen, aber dafũr ist sic ohne Protokoll oder Anzeige weggekommen, und in dem Wirrwart haben die Brüder von der Kontrolle sogar vergessen, die zchn Schachteln und Koffer durchzuschauen. Wahrscheinlich wollten sie das Wurstzeug für sich behalten. Aber da dürften sie's nicht mit Alois zu tun haben. Der ist mit auf die Uber- wachungsstelle, und ich wette, er reißt ihnen dort den Fraß noch aus den Klauen.v
Das kostet ihn dann aber mindestens eine Speckscite für die Gruppeꝰ rief Pietz in das losbrechende allgemeine Geläãchter, anicht wahr, Herr Un'off'zier?v
(Klar, und eine Wurst extra für den Gruppenführer, ganz abgeschen von den disziplinarischen Folgen, die ihm natürlich nicht geschenkt werden. Nebenbei, Klobocznik:
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