Mir hatte Maurer gerade mein Gewehr gebracht. Einen Herzschlag lang blickten wir uns von ganz nahe in die Augen. Obwohl die seinen weit offen waren, schienen sie mir völlig undurchdringlich, gleichsam verrammelt. Wie schon des õfteren, überkam mich auch jetzt das Verlangen, zu wissen, was sich hinter Maurers Verschlossenheit ver- barg. Er schien diesen Wunsch zu fühlen. Seine Lippen bewegten sich, schnell, aber ohne Laut. Ich glaubte, die Worte, Ja, so Schen wir aus?, von ihnen ablõsen zu können. Doch da sagte er, völlig gleichmütig: Nimm meine Pa- tronen. Ich will mal gehen und die Munition für dich und Dietz in Empfang nehmen. Schaut, daß ihr unterdessen hinunterkommt.
Im letzten Augenblick, als der Schnellwagen, auf dem wir saßen, bereits aus dem Hoftor rollte, kam Klobocznik- die Ausrüstung unordentlich ũbergeworfen— herangerast und schwang sich hinten auf. Dietz hãtte jetzt abspringen und zurückbleiben können, aber er wollte nicht; seine Ruhe sei ohnehin gestört, nun wolle er wenigstens etwas Jagdvergnügen haben.
Mensch, das hätt' ich wissen sollenꝰ, lispelte Klobocz- nik; er brachte sein verrutschtes Gebiß in Ordnung und leckte sich die Schweißtropfen von der Oberlippe, cich hab mir beinahe die Seele aus dem Leib gerannt, um zurecht- zukommen.»
Unteroffiæier Marofke, der vorn saß und bisher die An- wesenheit Kloboczniks noch nicht bemerkt hatte, drehte sich um, stieß die Fäuste drohend in die Hõhe und brüllte: Wo haben sie gesteckt? Schweinerei das. Ich werde Ihnen die Hammelbeine langziehen.» Er schnappte nach Luft und schickte sich an, weiterzuschimpfen.
Doch Klobocznik hatte für einen Blitzableiter gesorgt. Er z0g eine dicke Wurst hervor und reichte sie Pietz zum Weitergeben an Marofke. Vom Futterkommando Seelke-
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