weil er keinen Pardon verlangt. Du wirst das vielleicht Ein- Samkeit nennen. Meine Mutter, zum Beispiel, ist dieser An- Sicht. Sie schreibt mir: Da stehst du in der weiten Welt drau- ßen, mein Sohn, und hast keine rechte Heimat und mõchtest doch bestimmt auch mal irgendwohin richtig gehören! Aber sie irrt, die gute alte Pame. Nietzsche , den dieser Dietz stãndig im Munde führt, ohne ihn je zu verstehen, hat gesagt: Gelobt sei, was uns hart macht!“ Pas ist ein Wort für uns. Und so lobe ich mir die Hinsamkeit mit Tod und Teufel als Gesellschaft. Schließlich ist für den echten Soldaten wie für den Mõnch das ganze Leben nur eine Vor- bereitung für das gute Sterben, was aber beileibe nicht heißt, daß das Leben verachtet werden soll, Solange es vor- hält... Ma, was ist, noch einen Schnaps?* Chabrun Spielte mit der Flasche, blinzelte mich von der Seite her an.(Nein? Dann genehmige ich den Rest. Mir scheint, ich predige in der Wůste, was d Nein, widersprich nicht, Holler! Ich hab was für dich übrig, und wenn es nicht so wäre, daß man Breunde nur im Abenteuer oder in der Gefahr findet, so könnte ich mich mit dir dick befreunden.v
Er hielt inne, klopfte leise gegen das Glas, versank in Nachgrübeln. u)a, du bist ein netter Jungev⸗ nahm er den Faden wieder auf, aaber da ist etwas in dir: Weichheit oder Gefühlsduselei, oder die Hoffnung, daß die Menschheit doch noch aus dem Schlamassel raus kommen und daß der Krieg zu Ende gehen wird, was natürlich Blõdsinn ist, zu- mindest für mich... doch ich merke schon, das ist Chine- sisch in deinen Ohren, he? Na, tut nichts. Aber denk an meine Worte: du wirst die Kunst, als echter Soldat zu sterben, niemals lernen. Du wirst es nicht mal soweit brin- gen, als Soldat zu leben. Weil du nãmlich die Uniform und alles, was dazu gehört, verleugnen wirst. Auch mich. Oh ja, das wirst du, noch bevor der Hahn dreimal gekräht hat, ganz so, wie's der Paulus getan hat. Oder war's der Judas? Aber das ist heute einerlei.v
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