wie Chabruns Flõte. cja, die stammt auch aus der Zeit mei- nes friderizianischen Vorfahrenꝰ, antwortete er auf meine unausgesprochene Frage. aFechten, Trinken und Musik machen, darauf haben wir Chabruns uns immer verstan- den, und darauf, wie man einigermaßen nobel abgeht. v
Er schenkte ein, ließ mich den ersten Schluck tun. Es war ein scharfes Getrãnk, Schnaps mit irgendwelchen Ge- würzen versetzt; mir kamen die Tränen.
Ahja, franzõsischer Kognak ist's nichtv scufzte Chabrun und füllte für sich ein, vaber was kann man tun dy Er trank Schnell. Um Mund und Mase standen ihm grimmige Falten.
Warum glaubst du eigentlich, daß ich kein Herzleid habe dv fragte er nach einer längeren Pause in seiner ab- rupten Weise. Er sprach sofort weiter; es war klar, daß er keine Antwort erwartete. Wohl weil ich das, was man ge- meinhin Herz nennt, nicht besitze, ãhd Daran mag was sein. Wir haben eben unser Herz zu schr an anderes ge- hängt, als daß noch Platz da wãre für Licbesschmerzen. Bei uns geht wirklich, ewig ins Ungebundene eine Sehnsucht? Dem Abenteuer nach. Der Gefahr nach. v Er Starrte zu den Weidenbãumen hinũber, fragte dann: aKennst du Dürers Kupferstich vom Ritter mit Tod und Teufeld
Ja, natürlich... v
Chabrun schüttelte heftig mit dem Kopf.(Nein, du kennst ihn nicht. Nicht so, wie ich meine. Sonst wüßtest du nãmlich besser Bescheid über mich und meinesgleichen. Denn sichst du, dieser Pürersche Ritter ist das beste Bild von uns. Da reitet er dahin, der wahre Soldat, träumt von der Burg hoch oben auf dem Berg und pleibt doch im Tal auf dem Weg der Pflicht, begleitet vom Teufel- der Schwãche- und vom Tod- dem Zweifel. Aber die Welt ist groß für ihn, weil er tapfer ist. Die Schõnheit lãchelt ihm wie allen Kühnen. Und das Leben liebt ihn wie eine Geliebte, weil er immer bereit ist, zu kämpfen, ohne lang zu fragen, und
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