schendurch gab es Exerzieren. Sogar die Erzichungsstun- den wurden wieder aufgenommen. Marofke trat auch hier die Nachfolge Klahdes an. Doch während Klahde es ge- liebt hatte, durch Fragen zu glänzen, bei deren Beantwor- tung wiederum Dietz auf seine Kosten gekommen war, hielt Marofke Monologe. Zumeist wandelte er Görings Ausspruch ab: adeien wir stolz darauf, wenn wir von außen verlacht werden als eine Nation von Kommißstiefeln; wir wissen, was dieser Kommißstiefel geleistet hat. Daran schloß sich unweigerlich die Mahnung, daß Erzichung nicht auf Vbermittlung von Wissen, sondern auf Ausrich- tung nach einem einzigen Führerwillen pedacht vein mũsse. und daß wir Deutsche uns pesonders vor Uberbildung hüten sollten.
Eines steht nun mal festv, faßte Marofke dann wohl seine Lektion zusammen, cimmer noch hat die Feder quasi verdorben, was das Schwert gewann. Daraus müssen wir für die Zukunft lernen. Die deutsche Frage kann nur mit Blut und Eisen gelõst werden. Verstandeh-wuh?... Cha- brun, es wird nicht schaden, wenn Sie mehr aufpassen. Sie haben als Gefreiter und Studierter noch lange nicht alle Weisheit gepachtet.v
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Anneliese schrieb mir, sie habe sich nach langer und Schmerzlicher Uberlegung zu der Erkenntnis durchgerun- gen, daß unser Ehebund doch nicht das Wahre sei; am be- sten lõsten wir ihn wohl in aller Freundschaft auf. Ees folg- ten noch ein paar salbungsvolle Sãtze über das Kind, um dessen Wohlergehen ich mich nicht zu sorgen brauche, da ein großherziger Freund? die notwendigen Mittel zur Ver- fügung stelle. Auch wegen der Familie mũsse ich mir keine Gedanken machen, es sei alles bereits besprochen und ein- verstãndlich geregelt. Und dann kamen, in knappster ge- Schãftsmãßiger Form, die Vorschläãge zur Durchführung
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