einer Scheidung im Schnellverfahren. Die erforderlichen Anträge lagen schon hei und bedurften nur noch meiner Unterschrift. Nicht einmal das frankierte Rückkuvert war
vergessen.
Ja, sichst duv, meinte Seelke, dem ich Annelieses Brief und meine Antwort darauf(mit der Einwilligung in die Scheidung und etwas schadenfrohen Wünschen für den Fall einer Wiederverheiratung) vorgelesen hatte, Ehe- frauen müssen immer spüren, daß der Herr im Hause ist; Sonst verwildern sie, wie die Blumen. v Er beugte sich über cinen der Fuchsienstõcke, den er in einen größeren Topf umpflanzte. Seine Hinger arbeiteten geschickt und mit viel Zärtlichkeit an dem Wurzelwerk herum.«Eine sichere Hand, das ist es, was sie vor allem prauchen...v
Er verschluckte, was er noch hatte sagen wollen. Klobocz nik war in die Stube geplatzt und rief᷑ ihm zu: aHe, Mlois, zich die Hosen stramm. Deine Alte ist da. Sie sitzt in der Kompaniekanzlei. lv
Seelke ließ den Blumentopf beinahe fallen. Er war wie
verbrüht von Kloboczniks Mitteilung. Hastig fuhr er in
seine Ausgangsjacke, kam mit dem Zuhaken des Kragens nicht zurecht, und begann auf die Frau zu schimpfen, die ihn von ihrem Kommen nicht benachrichtigt hatte.
WVierundzwanzig Jahre sind wir jetzt miteinander ver- heiratet, aber glaubt ihr, ich habe der Frieda Disziplin und Ruhe beibringen können? Keine Spur! Bei ihr muß immer alles plõtzlich gehen, ganz ohne Vorbereitung, und mõg- lichst mit der Tür ins Haus.v
Wahrscheinlich traut sie dir nicht ganz, du alte Mohr- rũbeꝰ, z0g Klobocznik ihn auf. Schnaufend beschrieb er uns die reifen Reize von Frau Seelke, deren ũppiger Busen es ihm besonders angetan hatte. Mensch, Mlois, wie bist du nur an so'ne Frau geraten, wo du selbst der reine Stummel bist? Er gab Scelke einen freundschaftlichen Klaps.
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