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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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¶So. Da habt ihr jetzt den Schwindel schwarz auf weißv, rief Klobocznik und schwenkte den Võlkischen Beobach- ter, in dem er geblãttert hatte. Die wahre Rãubergeschichte. Da geht einem erst ein Licht auf darüber, was man er- lebt hat, wo man doch dabei war und nichts erlebt hat. Hört mal zu.v Er las uns einen blumigen Bericht über den Fang der Heydrich-Attentãter vor. Identität und Treiben der Haupttãter scien jetzt durch die unermũdliche Arbeit der Gestapo restlos geklärt. Es handle sich um zwei Offiziere der chemaligen tschechoslowakischen Armee; ein britisches Flugzcug habe sie über dem Protektoratsgebiet abgewor- fen, und tschechische reichsfeindliche Hlemente seien ih- nen bei der Ausführung ihres verbrecherischen Unterneh- mens an die Hand gegangen. Nach planmãßiger Verfol- gung gestellt, habe sich das Paar in einer Prager Kirche verbarrikadiert und sei dort, zusammen mit einigen an- deren Terroristen, in einer veritablen Schlacht getõtet worden.

Klobocznik faltete die Zeitung zusammen und wandte sich an Dietz:«Mensch, daß sie dabei nicht an dich gedacht haben! Du hãttest doch einen prima Kriegsberichter über diese Schlacht abgegeben. v

Dietz bekam eine starre Miene.«Es ist klar, daß es sich bei dem Zeitungsartikel um ein Tarnungsmanöver han- delt. v Seine vorstehenden Augen musterten uns der Reihe nach, blieben schließlich an Maurer haften, der trocken- stelte. Ein Tarnungsmanöverv, wiederholte Dietz streng.

Hm, Tarnung ist gut*, meinte Maurer, fragt sich nur, was vor wem getarnt wirdꝰꝰ

Vor unseren Feinden natürlich, besonders vor den Eng- lãndern. Wir werden ihnen doch nicht auf die Nase binden, ob und wie wir ein paar ihrer Agenten erwischt haben. Das ist doch... vDietz stutzte.«Sag mal, willst du mich durch

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