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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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geheitert sein.(Nichts besonderesy, brummte er, adas heißt, die zwei Verhafteten, der Küster und der andere Mann aus dem Pfarrhaus, haben quasi einen Fluchtversuch unternommen. Sind übrigens nicht weit gekommen. Man hat kurzen Prozeß mit ihnen gemacht. Na, gute Nacht. v Er nahm den Putzstock und ging hinaus.

VWir blieben in einer mit Unbehagen geladenen Stille zu- rũck.

Klobocznik, der sich aus einem Zündholz einen Zahn- Stocher schnitt, bemerkte sachlich:«Tja, wo gehobelt wird, fallen Spãne. v Er stocherte mit dem Holz zwischen seinen Zähnen.«Na, wenigstens hat sich dein Gestapofritze sein Mütchen gekühlt, Dietz.v

(Er ist genau so deiner wie meinerv, fauchte Dietz. Er hatte das Radio angedreht und stellte jetæt die Stimme der Front ein. Ein Kompanicherichter an der Sebastopoler Front war gerade dabei, einen gerade vor sich gehenden Angriff auf den inneren Festungsgũrtel ⁊u beschreiben. Er sprach in unnatürlich hoher Stimmlage und mit jener ge- übten Atemlosigkeit, die zu den Schlachtenschilderungen aus erster Hand nun schon gehört. Auch das unumgäng- liche Orgelkonzert der dumpf aufgehenden Wurfminen? war da, und das rasende Gehämmer der schweren MG.s, und die wilde Symphonie eines Stukageschwaders.

Seelke, der vor kurzem die Nachricht erhalten hatte, daß ⁊wei sᷣeiner Schwãger und ein Neffe hei Sebastopol ge⸗ fallen waren, brüllte: So hõr doch auf damit! Ich kann das gar nicht mehr hõren! Daß du nie genug kriegst davon!*

Aper Dietz ließ sich nicht stõren. Die, Stimme der Front? gehörte zu seinen Lieblingsprogrammen. Wir mußten sie uns auch diesmal pis zu Ende anhõren und bekamen nach- her von Dietz noch eine lange Tirade über die Triumphe neudeutscher Kriegsführung aufgetischt. Der gigantische Frontalangriff auf die Krimfestung zeigte wieder einmal

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