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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
197
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Der Berliner Kommissar, der die Flugblätter in der Sa- kristei einer kleinen Kirche an der Stadtperipherie gefun- den hatte, schien es Klobocznik und Seelke pesonders an- getan zu haben. Das ist eine Nummerv Sagte Scelke, den müßtest du mal schn, Holler: Lackstiefelchen, gelbe Le- derhandschuhe, und pomadisiert- ein ganzer Friseurladen stinkt nicht so wie der. Und diese Revolverschnauze, was, Klobo dv

Der Dicke sekundierte: cJa, wär's nur auf die Schnauze angekommen, so hätte er gleich zwanzig Attentäter auf einen Hieb erwischt. Aber so stand er am Schluß ganz klein und häßlich da. Na, ich kann nur sagen, wenn die Herrschaften in der Berliner Prinz-Albrecht-Straße nichts Besseres auf Lager haben...v

Dietz, der in sprungbereiter Haltung daneben saß und auf᷑ die Tischplatte trommelte, konnte sich nicht länger be herrschen.«Entschuldige mal, Klobo, aber was die Ge- heime Staatspolizei leistet, entzieht sich võllig deiner Be- urteilung. Das kann überhaupt nur jemand peurteilen, der Einsicht in gewisse Dinge hat. Dem Außensciter erschei- nen natürlich viele Schachzüge sinnlos, weil er den Ge- Samtplan, der ihnen zugrundeliegt, nicht kennt.» Er be- merkte, wie Klobocznik und Seelke sich anstießen, und schwieg verachtungsvoll.

Klobocznik lachte rauh.«Na, verheb dich nur nicht! Du weißt genau so viel wie wir alle, nãmlich...vEr spulte die Tippen und prachte einen unanstãndigen Ton hervor.

Dummkopfꝰ, zischte Dietz.

Klobocznik zuckte mit den Achseln und wandte sich ab, Marofke zu, der eben in die Stube kam, um sich einen von Seelke erfundenen Patentputzstock auszuleihen: aIst nach- her noch was groß herausgekommen, Hert Unteroffizier? Herr Unteroffizier waren doch pis zum Schluß dabei?v

Marofkes Zwiebelkopf schien aufgequollen, die ver- klebten Augen waren rõter als gewöhnlich. Er mußte an-