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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
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die Gerda wäre dabei zur Reichsfrauenleiterin befõrdert worden.v Er lachte so heftig, daß seine falschen Zähne ins Rutschen gerieten. Prustend und spuckend hielt er inne.

Praußen ertõnte das Hupensignal eines Ambulanzautos. Gleich darauf kamen zwei Sanitäter mit einer Tragbahre herein. Eine Schwester folgte. Sie verschwanden in dem Nebenraum, wo sich Gerda in der Obhut Huldas und der Frau des Kantineurs befand.

Als man Gerda hinaustrug, hielt sie die Augen geschlos- Sen. Sie lag ganz ruhig da. Man hätte meinen können, sie schlafe.

Wir hörten, wie die Tragbahre in das Auto geschoben wurde, wie der Motor ansprang und der Wagen davon- surrte. Klobocznik schlug sich auf die Schenkel.«Na, was Sagt ihr nu Jetzt kann unser Postengel ein Kindchen krie- gen, piekfein, wie die Frau eines Oberbonzen. So, und nun kippen wir noch einen.v Er lud uns mit einer breiten Geste ein, an die Theke zu treten, und holte aus einem Versteck hinter leeren Gurken- und Heringsgläsern eine dicke Schnapsflasche hervor. Dabei fiel sein Blick auf Pietz, der immer noch ganz grün und zittrig dastand. Meine Fresse, Dietz, wie schaust denn du aus? Als ob du auch die Wehen kriegen wolltest. Hier, nimm mal einen Doppelkümmel, zwei Stock hoch; der stellt einen richtig auf die Beine. Auf das Wohl von unserem Jüngsten! Auf den Sohn von Gerda!

Dietz nahm das große Glas aus Kloboczniks Hãnden und brachte es an die Lippen. Mit gewaltsamer Anstren- gung hielt er sich steif᷑ und schüttete den Schnaps in sich hinein. Dann schwenkte er das geleerte Glas und schrie: ¶Ex Kannst die Nagelprobe machen. vEr verschluckte sich und fügte schnell hinzu:«Ubrigens, wo nimmst du denn die Weisheit her, daß es ein Junge wird dv

Aus der Erfahrung, mein Junge.» Klobocznik hatte den

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