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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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Finger in eine kleine Bierlache getunkt und zeichnete eine nackte Frau auf das Blech der Theke; entzückt betrachtete er sein Werk, machte noch ein paar verdeutlichende Striche. ¶m letzten Krieg war das nãmlich auch so. Da hatten die Soldatenbrãute immerzu Jungen. Immerzu Jungen. Lau- ter Waldemare, ganz wie's im Liede heißt, ihr wißt doch: Mein Sohn heißt Waldemar, weil es im Walde war, Anne- marie?. Hopplalv Er versuchte zu singen, bekam aber wie- der Schwierigkeiten mit scinem Kunstgebiß und mußte eine Weile daran herumhantieren, bis es richtig saß.«He, wer kennt die Melodie dv rief er und sah sich nach Gesell- Schaft um. Niemand? Ihr seid mir aber Schlappschwänze. Na, dann geben wir also der Flasche hier den Rest. Da, Dietz, es reicht gerade noch zu je einem halbstõckigen für dich und mich. Prost! Es lebe unser Waldemar!

An Klahdes Stelle ũbernahm die Fũhrung unserer Gruppe Unteroffier August Marofke, von Chabrun(wegen sei- ner Hãßlichkeit und seiner Vorliebe für das Wort quasi, das er bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit anwandte) Quasimodo getauft. Marofke hatte einen Zwie- belkopf mit verklebten roten Augen und schweren Hänge- backen. Er stapfte auf kurzen, dũnnen Beinen umher, die viel zu geprechlich schienen für die Last des mächtigen Bauches. Von Beruf war August Marofke Zimmermaler, worauf er sich nicht wenig zugute tat. ¶Aus unseren Reihen ist Deutschlands grõßter Mann hervorgegangen, erklärte er oft und gern, und das ist quasi kein Zufall. Merkt ihr was? Der Beruf᷑ hat es quasi in sich. Verstandeh-wuhdv

Bei Aussprũchen dieser Art und pei der Ausgabe dienst- licher Weisungen stellte Marofke sich auf die Fußspitzen und vollfũhrte sonderbare kleine Armbewegungen; es sah aus, als versuche er zu fliegen.

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