Zu den Klãngen des Orchestrions drehten sich mehrere paare im Walzertakt. Am Arm eines kurzgewachsenen Un- teroffiiers, der aussah wie ein ausgestopfter Bulldogg, kam Gerda vorbeigewirbelt. Sie quietschte laut, offenbar in der Absicht, meine Aufmerksamkeit zu erregen, wendete je- doch sofort den Kopf᷑ weg, als ich zu ihr hinblickte. Indem wurde ich von unserer Gruppe entdeckt, die am sogenann- ten Fürstentisch, ganz nahe der Theke saß.
Klobocznik, der- hemdärmelig, dampfend, jeder Zoll ein Fachmann- dem Kantineur beim Ausschenken behilf- lich war, stellte einen stiefelfõrmigen Humpen mit Bier, in das er einen Protektionsschuß Schnaps getan hatte, vor mich hin. Ich setzte an und trank in einem Zug aus. Guter Kunde lv belobte mich Klobocznik und füllte nach. Wieder Stürzte ich den Humpen hinunter. Die Saugende Leere, die ich in mir gespürt hatte, wich. Eine warme Wolke hüllte mich ein und stieg mit mir in die Hõhe.
Die Musik verstummte. Jemand schrie: Damenwahllv Gleich darauf᷑ begann das Orchestrion von neuem zu Spie- len, diesmal eine Polka.
Gerda kam an unseren Tisch, um sich einen Tänzer zu polen . Sie musterte uns der Reihe nach. Ihre grauen Au- gen, in denen Tanz und Alkohol weiche Lichter angezün- det hatten, verweilten bei mir etwas lãnger als bei den an- dern. Doch nicht auf mich, sondern auf Dietz fiel Gerdas Wahl. Kichernd schlang sie ihren Arm um seine Schulter und zog ihn zur Tanzdiele.
Nanu dv rief Klobocznik, cist sie denn nicht mehr scharf auf dich, Holler dv
Ich fũhlte die warme Wolke, die mich eingehüllt und ge- hoben hatte, schwinden. So forsch wie nur möglich er- klärte ich: Ach, sie ist sowieso nicht mein Fall. Und Klah- des Partner mõchte ich ũberhaupt nicht werden.v
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