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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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starren Ausdruck, unter dem die Angst saß oder der Wunsch, unter allen Umständen ruhig zu bleiben, sich nicht aus der Hand zu geben.

Also, wenn die uns nicht alle einen Strick um den Hals wůünschen oder sonst was Ahnliches... v Sagte Klobocznik, als wir spãt abends endlich im Quartier zurück waren; er steckte seine unfõrmigen Plattfüße ãchzend in ein Schaff mit dampfendem Wasser.(Na, ist es so, hab ich recht, Scelke dv

Scelke, der an dem mehrfach geflickten Holm seiner Stahlbrille herumbastelte, nickte. Warum mũssen wir auch diese Tschechen zu so was zwingen? Fahnen rausstecken- warum denn»

Da kõnnten wir ja ũberhaupt gleich abzieh'n von hierv, rief Dietz. Er hatte bisher, alle Viere von sich gestreckt, auf seinem Bett gelegen, richtete sich jetzt jedoch forsch auf. Das mõchte dir so passen, was? Parauf lãuft's wohl ũber- haupt hinaus? Volle Hosen, hedv

Du hast'n Vogelꝰ, knurrte Seelke, daß du immer alles verdrehen mußt, was man meint.»

Verdrehen? Ist ja großartig! Dann erklär mal gefälligst, wie du das vorhin gemeint hast.v

(Bitte schr. v Seelke setzte die Brille auf, schielte aber über sie hinweg, während er mit erhobenem Finger erläuterte: ¶Also die Sache ist einfach die: jemand muß doch die Welt in Ordnung bringen, nicht? Und wer kann das am besten besorgen? Wir Deutsche, das ist doch logisch. Den an- dern fehlt der richtige Mumm und die Liebe fürs Organi- sieren. Also haben wir die Pflicht, den Kerlen hier und in allen andern Ländern, wo sie kein Gefühl für Ordnung ha- ben, mal die Hlõtentõne beizubringen. Aber das Raushän- gen von Trauerfahnen gehört nach meinem Verstand auf ein anderes Konto. Das hat nichts mit Pisziplin zu tun, das macht man aus Hochachtung, oder weil man Gemüt hat, oder lieber gar nicht. Wenn sie's auf Befehl machen, so

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