Effi hockte sich hin und beobachtete mich scharf. Plõtz-
lich rief sie aus: cIch weiß es: ich, nicht wahrdv
(Ach, du Luder!
cIch, ich, ich lv Sie umschlang mich lachend.«Und weißt du, ich muß dir was gestehenv, flüsterte sie an meinem Ohr, cich war ziemlich in dich verschossen, damals, als du auf Urlaub warst und es mit Anneliese hattest... oder eigentlich schon vorher, aber da zählte ich ja nicht mit. BErinnerst du dich noch, einmal, wie wir den Familien- ausflug nach der Schneekoppe machten, und auf der Prinz- Heinrichsbaude war nur noch ein einziges Zimmer frei, und die Kinder sollten alle im Heu schlafen, nur ich als Kleinste mit Tante Resi im Bett... und wie ich da heulte, aber nicht aus Abneigung gegen das„Reibeisen“, wie ihr vielleicht geglaubt habt, sondern weil ich eifersũchtig war und nicht wollte, daß Anneliese mit euch Jungens bleibt.v
Effi saß eine Weile still da und starrte ins Mondlicht. DPann fragte sie mit veränderter Stimme: Was denkst du dir eigentlich? Daß wir Mädels ganz mannstoll sind, wie dv
Ich hatte tatsãchlich etwas Ahnliches gedacht.«Na, aufs GSanze geht ihr schon, entgegnete ich langsam.
Effi richtete sich halb auf. Ich sah, daß ihr Mund zit- terte und daß ihre Augen jenen unberechenbaren Aus- druck hatten, den ich vorher schon an ihnen wahrgenom- men.«Und das wundert dich dv forschte sie.
Mein Gott, ganz das Normale scheint es mir nicht ge- rade zu seinv, gab ich zõgernd zu.
Wieso nicht?v fuhr Effi auf. Wenn man dich so reden hört, mõchte man glauben, daß du aus einer ganz anderen Familie kommst, aus einer ganz und gar nicht national- Sozialistischen.v
cIch weiß nicht, wohin du damit hinaus willst, Effi.»
Sie lachte ärgerlich. Ach, du weißt es nicht? Aber du weißt doch, daß es mein Vater war, der mich ins Jugend-
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