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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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klopf hier bei mir an. Wir trinken noch Tee und machen ein bißchen Musik, jad... Mein Gott, da schreit Vater schon wieder nach dir! Also, dann auf Wiederschen, viel- leicht.v Sie winkte mir zu und begann von neuem zu träl- lern.

Onkel Helmut empfing mich mit einem drõhnenden«Na, da bist du ja endlich, hohol Er trug einen hochgeknöpf- ten Gehrock mit langen, flatternden Schößen, die ihm das Aussehen einer fülligen schwarzen Wolke in Menschenge- Stalt gaben.

(Laß schn, wie du dich ausnimmst.v Er unterzog mich einer Musterung, deren Ergebnis ihn höchlichst zu befrie- digen schien. Tja, unsere deutsche Jugend im Waffenrock, die macht uns so leicht keiner nachv, erklärte er wiehernd. Da, steck dir eine Spezielle an!v Er klappte ein wohlge- fülltes Zigarrenetui auf.

Ich bemerkte zu meiner Uberraschung, daß die Zigarren Bauchbinden mit englischer Aufschrift hatten.«Made in Egypt. v

Onkel Helmut grinste ũberlegen. Ja, das sind die Rom - melschen. Haha. Wir denken eben an alles, wir sind auf al- les vorbereitet. Immer der Gegenwart um eine volle Nasen- länge voraus lv Er wicherte wieder, klärte mich dann auf: eIch sehe schon, du brauchst Nachhilfe-Unterricht, sonst kapierst du's nicht. Dabei ist die Sache ganz einfach. Das hier ist eine Probe von den Siegeszigarren, die, Kraft durch Freude? verteilen wird, wenn Rommel die Tommies aus Agypten hinausgeworfen hat, was nach nüchternen strate- gischen Schätzungen nur noch eine Frage von wenigen Wochen sein kann. Jaja, Geschwindigkeit ist keine Hexe- rei, und es geht nichts über deutsches Organisationstalent. Was ich ũbrigens noch sagen wollte: Ich hoffe, du pulverst notfalls die Brüder nachher etwas auf, mit ein paar Ge- schichtchen über den Geist der Truppe und so. Wir müs-

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