(Hans, hoho, Hans lv rief Onkel Helmut von der Diele herauf.
Das ungeduldige Hin und Her seiner Schritte knarrte Schon seit Minuten durch das ganze Haus. Wir wurden bei einem Bierabend des Herrenklubs erwartet, dessen Präsi- dent, ein Freund Onkel Helmuts, mit goldenen Bezichun- gen ganz oben in Partei und Wehrmacht , sich schon einige- male für mich eingesetzt und auch meinen jetzigen Urlaub durchgedrückt hatte.
Was machst du denn so lange, Hans dv rief Onkel Hel- mut nochmals. Wir kommen viel zu spãt!
Ich schnürte die Stiefel eilig zu, fuhr in die Jacke meiner Extrauniform und schrie zurũck: Bin schon fertigl*
Auf dem Wege zur Treppe kam ich an Effis Zimmer vor- bei. Die Tür stand offen.
Fffi, in einem weiten grünen Hauskleid, das Hals und Schultern freigab, saß trällernd vor dem Spiegel ihres Toilettetischchens und zog mit einem kleinen Pinsel die Schmal rasierten Augenbrauen nach.
(Hallo, Herr Schwager lv Sie schnitt mir im Spiegel eine Grimasse, ließ sich aber ansonsten in ihrer Beschäftigung nicht stõren. Also da zichst du hinv, sagte sie schmol- lend, adas muß man euch lassen, schöne Kavaliere seid ihr, Vater und du; geht euch unterhalten und laßt mich allein.v
„Möchtest du denn dorthin überhaupt mitkommendv fragte ich erstaunt.
Effi lachte. Nein, zu einem Abend vom Hertrenklub bringen mich keine zehn Pferde. Aber man muß ja nicht gerade dorthin gehn. Jaja, ich weiß schon, für dich ist's auch mehr Pflicht als Vergnügen. Na, langweile dich so wenig wie mõglich, und wenn es nachher nicht zu spãt ist, und du kannst überhaupt noch auf den Beinen stehen, dann
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