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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
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ber und vor den andern und vor allem, was wir tun. Aber diesmal gehe ich nicht einmal mehr hinter einen Baum; ich bin mũde, ausgehõhlt und auf eine furchthare Weise allein. Und da ist nur eines, das mich mehr Schreckt als die Ein- Samkcit: die Begegnung mit mir selbst, mit dem Gedanken daran, was aus mir geworden ist und noch werden wird.)

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Es war schon Nacht, als endlich der Befehl zur Rück- fahrt gegeben wurde. Wir fuhren sehr langsam, die Ko- lonne zog sich weit auseinander. Der Motor unseres Wa- gens sang: aKrieg ist Krieg, Krieg ist Krieg, das läßt sich nicht ãndern und ũberhaupt ist alles egal, Krieg ist Krieg. Ich hörte zu und fühlte eine große, beruhigende Wurstig- keit über mich kommen.

Der Mond stieg gelb und rund herauf. Es wurde So hell, daß man das Rippenmuster auf den Blättern der Chaussee- bãume erkennen konnte.

Klobocznik und Scelke hatten über ihre Knie eine Zelt bahn gespannt und benützten sie als Kartentisch. Seelke gewann immerzu. Klobocznik konnte zuerst nicht genug über dasmordsmäßige Schwein seines Partners lachen, verlor aber schließlich die Geduld und warf die Karten hin. Nichts zu machen. Ich hab' heute eine total pechige Hand. Da, nimm den ganzen Segen, du hast gewonnen.» Pamit Schob er Seelke seinen prall gefüllten Brotbeutel hin.

Wieso denndv widersprach Scelke, awir wollten doch zwanzig Partien spielen. Komm nur, du bist am Austei- len.v

Aber Klobocznik wollte nicht.(Genug ist genug. Ich Sage dir, du hast gewonnen und kannst das ganze Zeug be- halten. Gute Nacht. v Er kroch in sich zusammen und zog die Zeltbahn über den dicken, runden Schädel. Gleich dar- auf begann er zu schnarchen.

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