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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
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Ich folgte ihm. Der abschũssige Weg war glitschig. Wit rutschten mehr als wir gingen. Hinter uns her meckerte der Irre: Heil Hihihihiv.

Unten auf der Landstraße pfiff Unteroffiier Klahde noch- mals, lauter und ungeduldiger als zuvor. Aus dem Einzel- gehöft vor uns kam Klobocznik gelaufen. Er schlenkerte in der Rechten ein Huhn, das er am Hals gepackt hatte. Da Schaut euch mal meinen Kochgeschirraspiranten an. v Klo- pocznik hielt das Tier in die Hõhe; es lebte noch, zuckte krampfhaft mit den Flügeln. Und was habt ihr gekriegt?v

(Scheibenhonigv, knurrte Dietz.

Wasdv schrie Klobocznik. Wieder ertönte Klahdes Pfeife. Wir beschleunigten unsern Lauf. Es pegann von neuem zu regnen. Der nasse Boden schmatzte unter den Sohlen. Ohne im Laufen innezuhalten, steckte Klobocznik das Huhn, das zu zappeln aufgehört hatte, in den Brotbeu- tel.«He, was habt ihr gekriegt?v

Dietz legte die Hände trichterfõrmig vor den Mund. cScheiße. v

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Wenn ich jetzt von einem Vorfall spreche, der sich in meiner Kindheit, vor fünfzehn oder mehr Jahren zugetra- gen hat, so ist das keine Abschweifung. Nein, die Ge- schichte jenes Vorfalls gehört hierher, gerade hierher.

Es war in den großen Ferien. Wir gingen zu dritt= mein Bruder Kurt, Kusine Anneliese und ich in den Wald, um Beeren zu suchen. Dabei entdeckten wir ein Nest mit einem ganzen Wurf junger Hasen. Bei unserem Anblick liefen sie alle davon, bis auf einen, der im Gestrũpp hãngen blieb und von Kurt gefangen wurde. Wir spielten damals immerLederstrumpf , und Kurt, der bei diesen Spielen unser Anführer war, erklärte sofort, daß wir Rothäute auf der Büffeljagd seien und daß wir unsere Jagdbeute über eit nem offenen Feuer braten müßten; wer von uns den kür-

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