hörte ich Klobocznik peim Stiefelanzichen in gewohnter Weise über seine, gottverdammten Hühneraugen? fluchen. Mein Kopf, der ganz leergefegt schien und doch viel zu Schwer war, kippte vornũber. Indem traf mich ein Guß Was- Ser mitten ins Gesicht. Unteroffiier Klahde— mit offenem Kragen und schiefsitzendem Helm, aber ansonsten marsch- fertig- stand vor mir und prüllte, daß jeder, der nicht in der nãchsten Minute fertig wäre, drei Tage Bunker zu er- warten habe.
Ein zweiter Guß machte mich vollends munter. Wãh- rend ich in meine Uniform fuhr und die Ausrüstung um- schnallte, wobei mir Maurer behilflich war, Sah ich, wie Klahde und Klobocznik sich vergeblich bemühten, Seelke aut᷑ die Beine zu bringen. Er lag steif da, angezogen und ge- stiefelt(o, wie er wohl im Rausch auf das Bett gefallen oder hingelegt worden war), und beantwortete die Weck- versuche mit unentwegtem Schnarchen. Klahde rief nach Wasser, doch es war keines pei der Hand. Da trat Dietz hinzu und hielt dem Schrarchenden eine prennende Ziga- rette an die Nase. Scelke stieß einen dumpfen Schrei aus und sprang auf. Sofort packte Klobocznik zu; mit geüb- tem Wirtsgriff hielt er Seelke aufrecht; Klahde und Dietz warfen dem ganz Benommenen die Ausrũstung über; dann schleiften alle drei ihn hinaus.
Ich stolperte hinterher. Draußen regnete es. Auf dem Hof hielten, mit laufenden Motoren, mehrere vollbesetzte und ein leerer Schnellwagen. Vor der Wagenreihe stelzte der Kompanieführer Leutnant Malzahn umher, der in sei- nem bis an die Knõchel reichenden schwarzen Wachstuch- mantel noch länger aussah als gewöhnlich. Er pfiff Unter- offizier Klahde, der sich bei ihm meldete, auf seine beson- dere Art an, indem er zuerst leise und scheinbar uninteres- siert für die Meldung dankte und dann plõtzlich los krãhte: Sagen Sie mal, Unteroffizier, Sie haben wohl verlernt, was ein Alarm ist? He? Wir sind keine tschechische Porffeuer-
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