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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
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wehr, Mann, verstanden... Na, was steh'n Sie hier noch rumd Lassen Sie aufsteigen. Trab, Trablv

Wir kletterten hastig auf den leeren Wagen. Kaum wa- ren wir oben, als sich die ganze Kolonne auch schon in Be- wegung setzte.

Unser Weg führte in weitem Bogen um die Innenstadt herum, durch leere Vorortegassen, deren dunkle Häuser- fronten den Lärm unserer Wagenkolonne wie eine Bran- dung zurũckwarf. Hie und da flammte hinter blinden Fen- stern ein scheues Licht auf, als wir vorüberdonnerten. Dann blicben die letzten städtischen Häuser zurück; an ihre Stelle traten Hecken und Bãume ; das Land wurde wel- lig. Wir befanden uns auf einer der großen, nach dem Süd- westen laufenden Ausfallstraßen. Hinter uns fãrbte sich der Horizont heller. Der Morgen kam herauf, doch gleichzei- tig begann es auch heftiger zu regnen. Der Erdboden dampfte. Die schweren Wolken schienen bis auf die Wipfel der Pflaumenbãume herunterzusinken, die in zwei schüt- teren Reihen die Straße säumten. Es war, als sei die Welt mit grauem Mull verhangen.

Ich war mũde, wie zerschlagen. Ich versuchte zu schla- fen, es ging nicht, der Wagen schüttelte zu schr. Zudem fing der Hunger an, in mir zu rumoren. Ich suchte in mei- nem Brotbeutel nach einem Kanten, von dem ich nicht ge- nau wußte, ob ich ihn mitgenommen oder im Spind liegen lassen hatte; er war nicht da. Mßmutig dämmerte ich vor mich hin. Die andern mußten nach ihren fahlen und miß- mutigen Mienen zu schließen in einer ähnlichen Verfas- sung sein wie ich. Die Stimmung schlug erst um, als Scelke mit einemmal bemerkte, daß sich ihm auf der Nase eine Brandblase gebildet hatte. Scelkes laute Klagen über sein unproperes Aussehen waren von einer grotesken Komik, der man sich nicht entzichen konnte. Chabrun lachte laut auf. Dietz fing an, Bettwitze zu erzählen(alle seine Witze

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