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Himmelfahrts-Kommando : Roman / F. C. Weiskopf
Entstehung
Seite
59
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Dietz und der Dicke griffen nach ihren Helmen und Kop- pelriemen, stũrzten hinter Klahde her.

Ich blickte die zwei andern an. Maurer werkte an einer Drahtspule. Seine Augen waren zusammengekniffen ganz schmale, glänzende Schlitze. Er pfiff leise, mißtõ- nig durch die Zähne. Seelke setzte sich gerade mit einer Stopfarbeit in den Schaukelstuhl. Umständlich befeuch- tete er seine Finger, um einen Wolffaden durchs Ohr zu zichen.

Ich fragte: Wo sind denn die nun hind»

Maurer gab keine Antwort, hörte nur auf zu pfeifen. Seelke bemerkte, ohne seine Arbeit zu unterbrechen:«Na, Menschenskind, ich glaube, du bist im Felde gewesen. Da habt ihr doch auch... v Er hatte den Faden durchgezogen und schnippte mit den Fingern.

Ich begriff nicht, was er damit ausdrũcken wollte, starrte ihn groß an. Er schnalzte nochmals. War es die Miene, die er dazu machte, oder fiel mir nachträglich ein, was H. K. bedeutete, kurz ich wußte plõtzlich: Seelkes Geste hieß Er- schießen. Mir war, als klopfe ein kalter Finger auf meinen Rücken, aber das wurde mir erst spãter bewußt; im Augen- blick selbst kam ich gar nicht dazu, mich mit meinen Emp- findungen abzugeben. Chabrun war eingetreten; er hielt einen Rasierpinsel und eine Klinge in den Hãnden, spiele- risch wie ein Jongleur. Nanu d» fragte er und deutete auf die leeren Plãtze von Dietz und Klobocznik.«Ausgeflo- gendv Sein Blick wanderte zu mir, dann zu Maurer und Seelke.

Maurer pfift wieder. Seelke beugte sich ber seine Stopf- arbeit: er entwirrte langsam eine Verfitzung; dann warf er hin: Himmelfahrtskommando. v

Ach sov, meinte Chabrun mit schiefgezogenem Mund. Er ging zu seinem Spind und rãumte das Rasierzeug ein.