Die Gerãusche hinter der angelehnten Tür verstummten wie abgeschnitten. EFine Diele knarrte, schwere Stiefel- schritte entfernten sich. Gleich darauf kam eines der zwei Hitlermãdchen, die den Postdienst beim Bataillon ver- sahen, in den Schalterraum. Es war die Jüngere der beiden, Gerda Putz, eine dralle, breithüftige Person, der man um gute fünf Jahre mehr geben konnte als ihre knappen zwarzig. Sie hatte strähniges, weißblondes Haar, das im Augenblick etwas zerzaust war. Der breite Mund und die grauen Augen, die plõtzlich, ohne Zwischenstadium, von Samtweicher Träumerei zu kältester Ausdruckslosigkeit hinüberwechseln konnten, erinnerten mich unangenehm an Anneliese. Sie hatte die Armel ihrer Uniformjacke bis zu den Ellenbogen hochgekrempelt und den Kragen weit geõffnet.
cIst was für mich da, Schatz dv fragte Klobocznik; er beugte sich über die Barre und versuchte, in Gerdas Jak- kenausschnitt zu schielen. Keine Geldanweisung von mei- ner Alten d»
(Nein. Und weg da, oder es setzt was mitten in die Plautze lv Gerda griff nach einem Lineal und fuchtelte da- mit vor Kloboczniks Nase herum.
Er grinste. Au Backe, Mä'chen, bist du aber von der rauhen Sorte! Also sie hat nichts geschickt? Und dabei hab' ich ihr schon vor zehn Tagen geschrieben. S0 ein Luder! Na, was ist da zu machen? Krieg ich wenigstens von dir was zur Entschädigung, Gerdachen dv
(Knif, Dicker, kommt nicht in Frage. Wer bist du schond»
Klobocznik ereiferte sich: Woher weißte denn, daß ich nichts bin? Weil ich keine Tressen aufgenäht habe? Ich hab' meine Tressen vielleicht ganz wo anders...» Er beugte sich wieder über die Barre.
Abschieben lv Gerda schlug ihm mit dem Lineal auf die Finger, daß es knallte.
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