Lektor geprüft worden, er selber freue sich darauf, sich mit dem Verfasser über seinen Plan zu unterhalten. Das Rendezvous war auf vierzehn Tage vorausbestimmt.
Es klang verheißungsvoll. Aber beglückender als die Hoffnung selbst war der Anteil, den er Ruth an ihr nehmen sah. Fiebrig erregt, ja ganz außer sich, sah sie die Aussicht gleich als Erfüllung- und ihr selber war das Glück widerfahren.
Er nahm die Gelegenheit wahr, sie an ihren Besuch in der Charlbert- Street zu mahnen, den sie immer wieder hinausschob. Jetzt sei doch Anlaẞ zu einer kleinen Feier. Gern werde sie kommen, sagte sie gleich. ,, Zum Abendessen?" fragte Ludwig, und das Herz schlug ihm unvernünftig. ,, Auch zum Abendessen, wenn es Herr Steiger erlaubt." In ihrer dunklen Stimme war ein Doppelklang von Fröhlichkeit und zärtlicher Ironie.
Er hegte selber unbestimmte Befürchtungen. Würde Steiger nicht, aus seinem recht besondern Gesichtswinkel, Ablehnung gegen diese Fremde zeigen, eine störende Reserviertheit zum mindesten? Auch Eifersucht wäre nur menschlich gewesen. Öfters, wenn Ludwig mit sparsamen Andeutungen von Ruth berichtete, meinte er dergleichen verspürt zu haben.
Aber seine Besorgnis war ganz umsonst. Mit freudigem Eifer bereitete Steiger sein Festmahl vor. Er hatte die Haushaltskasse nicht geschont, hatte mit seiner einen Hand eine Ente gerupft und sie im Gas332


