physischer Zustand sich nicht besserte. Sie schien ihm zarter und zarter zu werden. Er zerbrach sich vergeblich den Kopf, wie es anzustellen sei, ihr ein wenig zu Hilfe zu kommen. Aber die geringste Andeutung erbitterte sie. Offenbar empfand sie nachträglich ein Unbehagen darüber, daß sie sich an jenem ersten Nachmittag in der Teestube hatte gehen lassen, und die Folge war, daß sie argwöhnisch darauf bedacht war, auch nicht einen Bissen mehr anzunehmen. Das war grotesk. Dennoch begriff er sie. Es gehörte zu dem Leidensbild ihrer schwer getroffenen Natur. Sie hatte, wie Rotteck, wie Steiger, innerlich nicht standhalten können, niemand konnte sagen, ob die Wunde heilbar sei.
In seiner Arbeit war er jetzt zu einem Einschnitt gelangt. Was vorlag, war wie ein geschlossenes kleines Buch ,,, Goya's Jugend". Die Entwickelungs- und Sturmzeit lag dahinten, und der ,, Maler des Königs", ein Mann nun gegen die Vierzig, begann sein weitausgreifendes Werk als Portraitist. Ludwig revidierte noch einmal sorgsam, strich und ergänzte, und sandte, mit einem Entschluß, die gesäuberte Handschrift an einen Verlag. Eine Übersicht über den fehlenden Rest schloß er bei.
Da er an einen Erfolg im Grunde nicht glaubte, war ihm das beste, berühmteste Haus gerade gut genug. Es war ja einerlei, wer ihm das Paket nun zurücksandte. Aber es kam ein Brief. Das Teilmanuskript, schrieb der Verleger, sei von seinem deutschen
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