herdchen gebraten. Goldbraun und duftend kam sie auf den Tisch.
Diesmal war er wirklich und durchaus nicht zu bewegen, mit Platz zu nehmen. Er blieb aufwartend stehen, und seine Haltung dabei hatte eine seltsam überzeugende Würde.
Ruth begriff. Durch eigenes Schicksal hochempfindlich gemacht für fremdes Erleiden, fand sie sich ohne Zwang zurecht. Sie hatte für Steiger eine freie, strömende Liebenswürdigkeit. Noch nie hatte Ludwig sie so geliebt.
Das Mahl war vorüber. Ein leichtes und heiteres Gespräch zog sich in die Nachtstunden hin. Der elektrische Ofen brauchte nicht mehr zu brennen, und das Fenster stand offen gegen die Mailuft. Zweimal drang von unten der ekstatische Gruß der Adepten. Aus dem Tierpark kamen schwachrollend Wüstenlaute herüber.
Ludwig beobachtete unauffällig den Freund. Vielleicht war dessen Enthusiasmus zuerst nur jener sonderbaren Auffassung entsprungen, die da besagt ,,, der König könne kein Unrecht tun". Aber nun stand er völlig unter dem Eindruck dieser strengen und holden Anmut. Dankbar genoß er den Zauber einer weiblichen Gegenwart.
Ludwig hätte keine Bestätigung nötig gehabt. Aber Bestätigung, woher sie auch stammt, tut immer wohl.
Es war ein Uhr in der Nacht, als Ruth aufbrach.
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