mögliches Gespräch für Ludwig. Es war, als hätte er einen Kranken zu tragen, an dessen ganzem Leib keine Stelle heil ist. Aber es war ihm süß, solche äußerste Behutsamkeit zu üben. Als wäre er mitverantwortlich für alles, was ihr angetan worden war, ihr und ihrem Volk, und hätte die Aufgabe, es gut zu machen. Er hätte später kaum sagen können, wovon sie geredet hatten, manchmal entstanden lange Pausen, aber gerade diese Minuten des Schweigens brachten sie näher zueinander als die schwierigen Worte, und die Zeit verging, eine lange Zeit. Ein paar Gäste waren inzwischen dagewesen und wieder weggegangen. Das Servierfräulein war gewiß verwundert über die beiden, die da ihre Teestunde in den Abend hinein ausdehnten. Aber einwenden konnte sie nichts. Es waren gute Gäste.
Denn mit einem Mitleid, das er kaum aushielt, sah Ludwig, daß sie hungrig war. Sie trank drei Tassen von dem chinesischen Tee, der nicht besonders aromatisch war, und aß ein Stück nach dem andern von dem buttergetränkten Toast, der dazu serviert wurde. Ihr Gesicht blieb still und unbeteiligt dabei, aber sie verschlang ihn geradezu. Ihr Körper schrie nach Nahrung. Die bräunliche Wange war ja auch blutleer und die vollen Lippen beängstigend bleich. Es mußte ihr elend gehen. Ludwig stand auf, winkte die Bedienerin hinaus, und sie brachte eine Platte mit kaltem Fleisch und Geflügel. Ruth sah ihn an, ein wenig Blut stieg ihr in die Stirn, aber sie bedankte
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