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Der Reisepaß : Roman / Bruno Frank
Entstehung
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verschwinden würde, und suchte es zu bekämpfen. Aber das feine Zucken blieb.

Da man ihm aus Prag seinen Koffer zugesandt hatte, erschien er auch gekleidet wie früher, ein junger Herr von unauffälligem Äußern, der überall präsen­tiert werden konnte.

Die wöchentlichen Empfänge im Hause James Ein­stein zum Beispiel waren nicht zu umgehen. Jeden Samstag wurde dort sozusagen offene Tafel gehalten. Herr Einstein nährte eine unorientierte, ein we­nig großsprecherische Neigung für Künste und Künstler, freundlich und wahllos protegierte er dar­auf los, tat auch Gutes in seiner Art, und so begeg­neten sich an diesen Abenden jüdische und andere Bourgeoisie mit allerhand Kunstausübenden. Um die gedrängt stehenden, kleinen Tische, an denen ein reiches, aber nicht sehr delikates Diner mit guten Weinen serviert wurde, saßen zweitrangige Musiker, rollenhungrige Schauspieler, auch Schriftsteller mit­unter, in überlautem Gespräch. Es war ein Bankett der halbbefriedigten Eitelkeit, dem Herr Einstein mit dem Gefühl eines florentinischen Mäzenaten jovial präsidierte. Seine englische Gattin nahm an diesen Veranstaltungen mit spürbarer Reserve teil, öfters auch gar nicht, und zog aus ihnen neuen Grund, sich überlegen zu fühlen.

Ludwig, auf dessen Erscheinen Herr Einstein nach­drücklich Wert legte, langweilte sich ausgiebig. Aber er hatte Ursache, dankbar zu sein. Er kam hier in nütz­

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